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Deutschland hat lange genug geschlafen

Zum Artikel „Klima-Aktivisten legen sich quer“, erschienen in der Gmünder Tagespost am Dienstag, 6. Oktober:

Das beeindruckende, mich endgültig aufwühlende Bild (auf der Titelseite der Dienstagsausgabe, 6. Oktober) von den Klima-Schutz-Aktivisten, die sich in Berlin vor dem Verkehrs- und Landwirtschaftsministerium auf die Straße gelegt haben („Extinction Rebellion“) lässt mich endlich einen einschlägigen Leserbrief schreiben:

Seit Dezember 1996 kann jeder auf Seite 757 des Evangelischen Gesangbuchs (EG) nachlesen, was der (ungläubige) jüdische Psychologe Erich Fromm bereits Jahrzehnte zuvor gesagt hatte: „Zum erstenmal in der Geschichte hängt das physische Überleben der Menschheit von einer radikalen seelischen Veränderung des Menschen ab.“ Dass die ausgeblieben ist, kann jeder alltäglich in jeder Zeitung lesen oder sich im TV anschauen.

Dazu kommt, dass so gut wie die ganze politische Klasse blind ist für die Realität. Luisa Neubauer hat es jüngst in der „ZEIT“ nochmals auf den Punkt gebracht: „Frau Merkel strebt an und will erreichen, was möglich ist, aber nicht was notwendig ist.“
Sogar unser Bundespräsident hat am Nationalfeiertag gesagt, wir lebten im besten Deutschland, das es je gab. Aber er hat vergessen zu erwähnen, dass die ganze Menschheit, der ganze Planet so dicht am Abgrund stehen wie nie zuvor – und alle, die Verantwortung tragen, offenbar taub für Warnrufe sind.
Der Karlsruher Philosoph Peter Sloterdijk (Buch: „Du musst dein Leben ändern“) hat schon vor zehn Jahren auf Anfrage (ebenfalls) der „ZEIT“ geantwortet: „Die Menschheit rast mit zunehmender Geschwindigkeit auf eine Betonwand zu.“ Alle drei Minuten verhungert auf der Erde ein Kind.

Professor Jean Ziegler, hochrangiger UNO-Repräsentant, hat vor Jahren schon veröffentlich: „Jedes Kind, das heute stirbt, wird ermordet.“ Inhaltlich den gleichen kurzen Satz hat in dieser Woche unser Entwicklungsminister Gerd Müller geäußert. Auch der Papst hat deutlich genug gesprochen. Wie lange wollen wir noch schlafen? (EG 145; 262,2 u.v.a.m.) Wach endlich auf Deutschland, du hast lange genug geschlafen!

© Schwäbische Post 09.10.2020 18:34
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Kommentare

Karin Hofmann

Hallo Herr Kiessling,

wie heute in der Presse erschien, haben dieses Wochenende 2 Dutzend Flüchtlingsboote Lampedusa erreicht: Insgesamt 652 Migranten, darunter 6 Frauen und 4 Minderjährige (nicht Kinder!). 

= 642 junge Männer aus den Mahgreb-Staaten.

Da sind 6 Frauen und keine Kinder, auch keine Säuglinge (die immer so schön auf gefakten Bildern gezeigt werden).

Der "Transfer", (Shuttle-Service), die Übersiedlung junger Männer Afrikas hat also, abgesegnet durch diverse Organisationen, begonnen. Bekannt ist allen "Auswanderern", die sich (Ticket bezahlt an die Schleuser) auf diese Boote begeben: Gerettet werden diese "Schlepperboote", die aufs Meer fahren durch diverse Organisationen, darunter auch die Evangelische Kirche in Deutschland.

https://sea-watch.org/ev-kirche-in-deutschland-unterstuetzt-weiterhin-zivile-seenotrettung/

Für mich machen sich diese Organisationen, darunter die evangelische Kirche, mitschuldig, dass Afrika irgendwann zusammenbricht. Weil die jungen Männer zum Aufbau fehlen, denn Afrika wird schon lange von uns wirtschaftlich und finanziell unterstützt. Im Sinne Gottes können wir nicht die ganze Welt retten und ganz Afrika nach Europa (vor allem Deutschland) importieren. Bisher werden JUNGE Männer gerettet. Die Frage: Wo sind die Frauen und Kinder? Sie bleiben im Land zurück. Gott hat, für mich, sicher nicht gewollt, daß junge, starke Männer "auswandern" und ihre Familien im "angeblichen" Hunger Afrikas alleinlassen. Frage: Retten wir dadurch das KLIMA? Betreiben wir dadurch "Klimaschutz"? Die Vermischung Klimaschutz/Asylrecht wundert mich. Retten wir Afrika vor Austrockung durch Aufnahme aller jungen Männer? Diese Verknüpfung könnte man auch "Instrumentalisierung" nennen. Warum rettet die evangelische Kirche junge Männer und lässt kleine Kinder in Afrika, die verhungern allein?

Meiner Meinung nach haben wir genug Menschen aufgenommen, es sollte ein STOP kommen, damit unser Sozial- und Gesundheitssystem nicht kollabiert. Denn auch Gott kann für uns kein "Geld vom Himmel regnen lassen".

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