Leserbeitrag von Peter Kuch

Diesel und Benzin ersetzen – die Lösung für die Verkehrswende?

Synthetische Kraftstoffe, hergestellt aus Kohle, Erdgas, CO2-aus der Luft oder Biomasse, benötigen enorme Energien. Im Straßenverkehr genutzt liegt deren Ertragsbilanz bei ca. 13%. Der Verlust somit 87% [1]. Den Wirkungsgrad seines Motors gab Rudolf Diesel mit 75% an, was nie erreicht wurde. Heutige Verbrenner schaffen max. 45% [2]. Der Rest geht in die Umwelt (Abgase, Abwärme). Um die Verluste der Herstellung ergänzt, gelangt man auf ca. 30% Effizienz. Diese schlechte Bilanz konnten wir in den letzten 70 Jahren akzeptieren, weil die Umwelt und die Völker der Erdölquellen den Schaden tragen mussten. Heute sind die Völker zu Wohlhaben gekommen, schicken Ihre Kinder auf Universitäten und kaufen sich in unsere Unternehmen ein – siehe Daimler. Für synthetische Kraftstoffe sind Nordafrikanische Staaten wie Marokko und Südamerikanische Länder wie Chile im Gespräch. Deren Grad an Demokratie und deren religiöse Radikalität bleibt unbeachtet. Verhindert die 13% Ertrags-Bilanz der synthetischen Kraftstoffe eine Lehre aus der Vergangenheit zu ziehen? Im Vergleich zum Verbrennungsmotor mit synthetischem Kraftstoff liegt die Effizienz von Elektroantrieben bei 99% [3]. Wegen des niedrigeren Baugewichts benötigen sie dazu weniger Energie und sind zuverlässiger. Könnte die Ultima Ratio für die Verkehrswende lauten: elektrisch angetriebene FZ, in der Anzahl reduziert durch Carsharing und autonomes Fahren, in Minuten abrufbereit für Stadt und besonders auf dem Land und verdichteter, elektrifizierter öffentlicher Nahverkehr, so nahe wie möglich am Wohnort/Arbeitsplatz?

[1] Die zukünftigen Kosten strombasierter synthetischer Brennstoffe (agora-verkehrswende.de) 
[2] Richard van Basshuysen (Hrsg.), Fred Schäfer (Hrsg.): Handbuch Verbrennungsmotoren ISBN 978-3-658-10902-8, S. 755
[3] Elektroantrieb – Wikipedia

© Peter Kuch 08.01.2021 10:16
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Kommentare

Peter Kuch

Guenther Holzhofer schrieb am 12.01.2021 um 11:07

Das Wirkungsgrad-Gegenargument zieht nicht, wenn Energie aus Erneuerbaren im Überfluss gegeben ist. Ohne Synthetische ist die Transformation nicht zu leisten. CARE als Diesel Ersatz ist fertig entwickelt von Bosch, VW und Neste nach DIN15940, kann in allen Dieselautos ohne Umrüstung gefahren werden. 60-90% CO2-Reduzierung von der ersten Tankfüllung an. Ist verfügbar in Skandinavien, Benelux, Schweiz u.a., nur die Umweltministerin in Berlin bockiert. Das e-Diktat ist Chefsache, Planwirtschaft zu gunsten der Batterie-Schwergewichte, zu Lasten der Bürger und Steuerzahler. Unsozial, denn neue eAutos können nur Mitttel- und Oberschicht kaufen. Unten rum bleibts dreckig. Mit synthetischen Kraftstoffen könnte die Kluft vermieden werden. Mit dem Geld der Subvention eines einzigen eAutos könnte man 50Tkm Dieselkilometer sauber machen.  Und zum Thema Car-Sharing: wenn drei Personen mit jeweils eigenem Auto je 5 Tkm fahren, sich gemeinsam ein einziges Auto teilen würden, sind es ja noch immer 15Tkm die im Jahr gefahren werden. Nur, daß sie nicht gleichzeitig auf der Straße sein könnten. Der klimatische Vorteil von Carsharing? Wenn zwei der Vorgenannten ihr Auto verkaufen, sind diese Autos ja nicht von der Welt verschwunden, sie fahren ja weiter, nur halt nicht im Ländle.

.. wenn Energie aus Erneuerbaren im Überfluss gegeben ist - Stimmt, insbesonders für SynKraftstoffe. Doch wann wird das sein?

.. kann in allen Dieselautos ohne Umrüstung gefahren werden -ja, wie lange noch und aus welcher C-Quelle produziert? (Erdöl, Kohle, Gas, Methan, CO2 aus der Luft oder gar BIO)

...Unsozial, denn neue eAutos können nur Mitttel- und Oberschicht kaufen.
Der Preis fällt mit der Menge - siehe Verbrenner und PV-Elemente. Verbrenner erscheinen im Einkauf nur deshalb billiger, weil der Kraftstoff und die Folgen seiner Erzeugung und Nutzung für Umweltschäden, Kriege, Tote, Vertriebene und Luftverschmutzung durch giftige Abgase nicht im Preis enthalten ist. Diese bezahlen wir und unsere Kinder über die Kosten der Naturschäden, des Klimawandels, der Völkerwanderungen - über Steuern und wir heute auch schon mit unserer Gesundheit.
These daraus: je mehr Kraftstoff ich verbrauche und fahre, desto größer wird mein Nutzen gegenüber meinem Anteil an den Folgen. V8 Turbo besser als V4, V4 besser als elektro.
So ist sozial?

....Thema Car-Sharing: 90% steht ein Auto herum. Die Zweitautos für Einkauf, Helikopterkinder usw. stehen in vielen Straßen gleichzeitig herum. Umdenken, miteinander reden, sich absprechen und gemeinsam nutzen geht. Jedes eingesparte Auto, ob E oder V, ist für jede Familie eine Gehaltserhöhung von 3-5.000 € pro Jahr.

NEU Thema Arbeitsplätze:
Wenn weltweit eAutos im Vormarsch sind, unsere Patente aus den Verbrenner und abhängigen Aggregaten nichts mehr wert sei werden, wo stehen wir dann? 60% der Befragten aus der Studie AA-Mobil der HS Aalen sagen, dass der Nächste wohl ein eAuto sein wird. Heißt das dann nicht, dass ein verzweifeltes Festhalten am Verbrenner unserer Wirtschaft und unseren Kindern die Zukunft kostet?

Synthetische Kraftstoffe werden wichtig für die energiehungrigen Industrien und für Verkehrsarten, die nur schwer von erdölbasierenden Kraftstoffen abzulösen sind (Schwerlastfahrzeuge, Schiffs-/Flugverkehr). Sie sind aber nur dann wichtig und richtig, wenn sie aus Erneuerbaren stammen. Sie sind nichts für den Individualverkehr - somit nicht für unsere bisherige Cashcow PKW-Automobilbranche.

Verzögern und verschlechtern die Versprechungen zum SynKrafstoff nicht die Situation? Elektroauto gibt es heute - ausgereift und immer günstiger. Synthetischen Kraftstoff für Industrie, für notwendigen und zuletzt für individuellen Verkehr gibt es wann in der notwendigen Menge?

Wer zuletzt vom toten Pferd absteigt, steht in der Schlange ganz hinten.

Guenther Holzhofer

Das Wirkungsgrad-Gegenargument zieht nicht, wenn Energie aus Erneuerbaren im Überfluss gegeben ist. Ohne Synthetische ist die Transformation nicht zu leisten. CARE als Diesel Ersatz ist fertig entwickelt von Bosch, VW und Neste nach DIN15940, kann in allen Dieselautos ohne Umrüstung gefahren werden. 60-90% CO2-Reduzierung von der ersten Tankfüllung an. Ist verfügbar in Skandinavien, Benelux, Schweiz u.a., nur die Umweltministerin in Berlin bockiert. Das e-Diktat ist Chefsache, Planwirtschaft zu gunsten der Batterie-Schwergewichte, zu Lasten der Bürger und Steuerzahler. Unsozial, denn neue eAutos können nur Mitttel- und Oberschicht kaufen. Unten rum bleibts dreckig. Mit synthetischen Kraftstoffen könnte die Kluft vermieden werden. Mit dem Geld der Subvention eines einzigen eAutos könnte man 50Tkm Dieselkilometer sauber machen.  Und zum Thema Car-Sharing: wenn drei Personen mit jeweils eigenem Auto je 5 Tkm fahren, sich gemeinsam ein einziges Auto teilen würden, sind es ja noch immer 15Tkm die im Jahr gefahren werden. Nur, daß sie nicht gleichzeitig auf der Straße sein könnten. Der klimatische Vorteil von Carsharing? Wenn zwei der Vorgenannten ihr Auto verkaufen, sind diese Autos ja nicht von der Welt verschwunden, sie fahren ja weiter, nur halt nicht im Ländle.

Telegrafenamt

Sie vergleichen Äpfel mit Birnen: nämlich Well-to-Wheel bei Verbrennungsmotoren mit der isolierten Effizienz der Antriebseinheit (Eingangsseite bis Ausgangsseite) beim Elektromotor. Rechnet man Verluste durch Transport und Speicherung von Batteriestrom ein, sinkt die Effizienz von Elektroantrieben auf 70%.

Eine energetische Betrachtung über die Gesamtlebensdauer des Fahrzeugs sieht sogar noch schlechter aus, weil die Produktion von Batteriezellen (noch) aufwändig und energieintensiv ist und mit der Batterie ständig eine hohe Masse bewegt werden muss.

Nicht eingerechnet ist außerdem die Produktion des Stroms, der immer noch überwiegend aus fossilen und atomaren Quellen stammt. In der Gesamtschau ist ein Elektroauto damit erst dann "sauberer" als ein Verbrenner, wenn es viele Jahre läuft – nach achteinhalb Jahren hat es den Benzinmotor eingeholt, nach über 14 Jahren erst den Diesel (wie hier verständlich zusammengestellt: https://www.mobile.de/magazin/artikel/well-to-wheel-so-sauber-sind-autos-wirklich-33618)

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