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Eine gefährliche Argumentation

Zum Thema Fremdvergabe:

„Erschreckend für mich war, dass in der Vorlage der Stadtverwaltung zum Tagesordnungspunkt Fremdvergabe der letzten Gemeinderatssitzung indirekt davor gewarnt wurde, dass eine Reduzierung der Fremdvergabe zu Personalabbau bei den beauftragten Firmen führen kann und dass damit unter anderem Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer betroffen sein könnten, welche gerade mit geringen Vermittlungschancen auf dem ersten Arbeitsmarkt auf solche Arbeitsplätze angewiesen sind. Dies ist in meinen Augen eine gefährliche Argumentation, wenn nicht sogar Brandstiftung, wenn man prekäre Beschäftigungsbedingungen als Sozialprojekt verklärt. Gerade die Stadt müsste, gemessen an den Worten der letzten Jahre, Vorbild sein, wenn es darum geht Menschen anzustellen, welche in ihrem Leistungsvermögen besonders sind. Warum werden nicht auch im Reinigungsbereich zusätzliche Arbeitsplätze bei der Stadt geschaffen, um Menschen mit Handicap zu „gleichwertigen Bedingungen“ anzustellen? Warum überlässt man es Privatfirmen, diese Inklusionsleistung zu erbringen, welche zudem 1/3 weniger Geld zahlen und rund 45 Prozent Mehrleistung verlangen? Ich finde diese Entwicklung, einer reduzierten betriebswirtschaftlichen Logik zu folgen, wenn es um Fremdvergabe geht, menschenverachtend, Altersarmut fördernd und dazu wird eine Gesundheitsbelastung der Menschen billigend in Kauf genommen. Dass es besser geht, zeigt die VGW und die Stadt Heubach.

© Schwäbische Post 22.11.2020 18:57
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