Lesermeinung

Ich nehme Bezug auf: Danke Berlin

Vor Kurzem hat sich Ebnat (vermutlich der Ortschaftsrat) in einem kurzen Artikel mit „Danke Berlin“ und „Wir leben jetzt“ für die Ebnater Nordumgehung bedankt. Das klingt in meinen Augen wie Hohn gegenüber Unterkochen. Ja, Ebnat benötigt eine Umgehung, aber auch wir Unterkochener „leben jetzt“ und benötigen ebenfalls eine Umgehung und auf keinen Fall einen Ausbau des bestehenden Albaufstiegs. Egal ob mit oder ohne Deckel. Warum wird darüber kaum noch gesprochen? Wir sind in noch erheblich größerem Maß als Ebnat vom Durchgangsverkehr betroffen. Das wird sich auch durch unsinnige Seilbahnprojekte nicht ändern. Allerdings scheint sich der Unterkochener Ortschaftsrat bereits damit abgefunden zu haben, dass wir den zunehmenden Verkehr „erdulden“ müssen, weil sie nicht gewillt sind, etwas „dagegen“ zu unternehmen. Und die Ebnater Ortschaftsräte blasen ins gleiche Horn, weil sie ihre Nordumgehung gefährdet sehen, die unter Umständen in einer Sackgasse enden könnte. Es ist nie zu spät und mit einem entsprechenden Engagement lässt sich der Ausbau des Albaufstiegs durchaus noch verhindern. Aber dazu gehört etwas Mut und Weitsicht, den ich von unserem Ortschaftsrat und auch dem Aalener Gemeinderat einfordere. Bevor es tatsächlich zu spät ist!!

© Schwäbische Post 16.11.2020 15:35
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Kommentare

Rolf Prim

In my humble opinion schrieb am 16.11.2020 um 19:38

>Vor kurzem hat sich Ebnat ... mit „Danke Berlin“ und „Wir leben jetzt“ für die Ebnater Nordumgehung bedankt. Das klingt in meinen Augen wie Hohn gegenüber Unterkochen.<

Sie sollten das nicht persönlich nehmen, die Ebnater sind wohl heilfroh, dass jetzt endlich das Licht am Ende des Tunnels erscheint und das nicht nur das Licht der entgegenkommenden Lokomotive ist ...

Als gelegentlicher Benutzer der BAB-AS habe ich schon vor vielen Jahren ungläubig den Kopf geschüttelt, wenn ich a) von der B19 aus durch Unterkochen fahren musste und b) in der Gefällestrecke auf Ebnat zu einen vollen Blick auf die mögliche Trasse der Nordumfahrung hatte. Ich konnte es schon damals und kann es bis heute nicht verstehen, dass dieses bisschen Ortsumfahrung so lange 'diskutiert' worden ist.

Sie haben andererseits Recht, dass dies den Anwohnern an der Strecke in Unterkochen absolut nichts hilft. Aber selbst wenn die Ebnater verzichten würden, kriegten die Unterkochener noch lange keine Umfahrung des gesamten Ortes. Es sind ja wohl Ideen dafür vorhanden, aber auch schon jede Menge Gegenwind ( "Ach, die armen Frösche, Kröten und Rehlein im Schutzgebiet ..." ). Das müssen die Unterkochener mit sich selber, mit den potentiellen BIs und mit der Politik ausfechten, aber vielleicht kommt dann ja auch Unterstützung aus Ebnat.

Ich habe mir mal überlegt, wenn ich an einer Durchgangsstraße wohnen würde und dort eine Umfahrung geplant wäre und es dagegen Einsprüche ( siehe oben ) gäbe, ob ich dann nicht um des Effektes willen eine Anzeige wegen "vorsätzlich versuchter Körperverletzung durch versuchte Verhinderung der Umfahrung" erstatten würde. Klar, das brächte juristisch nichts, aber jede Menge Presse, und es würde den Fokus auf das Problem richten: Soll es den Menschen gut gehen oder den Fröschen?

Keine Sorge, ich nehme das nicht persönlich. 

Ebnater

Sehr geehrter Herr Prim,

da haben Sie falsch vermutet! "Wir leben jetzt" ist seit über 10 Jahren das Motto des "Bürgerbündnis Pro Nordumfahrung Ebnat". Am Ortseingang Ebnat (von Unterkochen her kommend) sehen Sie deren Schild, seit ein paar Monaten mit dem Zusatz "Danke Berlin".

Da die Finanzierungszusage erteilt wurde und auch bereits erste Arbeiten begonnen haben, bestehen sicher keine Bedenken, dass die Nordumfahrung gefährdet sein könnte. Die Trasse wurde übrigens schon vor Jahrzehnten so festgelegt und berücksichtigt auch den Anschluss an die - vom Ortschaftsrat Unterkochen inzwischen aufgegebene - Trasse 6f. Sie wäre also auch dann keine Sackgasse! Jetzt eine Neiddebatte anzufangen und zu konstruieren, dass eine Befürwortung der Ebnater Nordumfahrung gleichzeitig eine Ablehnung einer Unterkochener Umgehung sei, ist falsch, kontraproduktiv und Zeitverschwendung.

Ohne das Bürgerbündnis in Ebnat wäre - meiner Meinung nach - die Nordumfahrung noch nicht so weit wie sie es jetzt ist. Vor 10-15 Jahren haben sie nicht nur den Anstoß gegeben, sich nicht immer weiter vertrösten zu lassen, sondern haben Bundes-, Landes-, Regional- und Kommunalpolitiker wiederholt an einen Tisch geholt, Fragen gestellt, die Antworten kritisch hinterfragt und sich nicht abwimmeln lassen. Durch die sachliche Arbeit, verbunden mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen wie der Unterschriftensammlung, Straßensperrung,... gelang es ihnen, viele Ebnater und auch den Ortschaftsrat in diesem Punkt zu sensibilisieren und zu mobilisieren.

Vielleicht könnte sich ja die BI in Unterkochen daran ein Beispiel nehmen? In Ebnat fährt man nur durch und hinterlässt dabei Lärm und Abgase. In Unterkochen staut es sich täglich, was für Anwohner UND "Durchfahrer" eine zusätzliche Belastung schafft. Das Klientel für eine Unterkochener Umfahrung dürfte damit deutlich größer sein als das für die Nordumfahrung. Warum wird daher nicht versucht, an einem Strang zu ziehen? Warum wird versucht, einen nicht bestehenden Interessenskonflikt künstlich herbeizureden?

Von den ersten Planungen bis zum Baubeschluss hat die Ebnater Nordumfahrung etwa 50 Jahre gebraucht. Selbst wenn man die bisherigen Überlegungen und Planungen zu einer möglichen Umfahrung Unterkochen einrechnet, würde ich persönlich mit einer Realisierung frühestens in 20-30 Jahren rechnen - FALLS JETZT sich jemand dafür konstruktiv und mit Nachdruck einsetzt. Was spräche denn dagegen, sich jetzt erst mal "den Spatz in der Hand", sprich die Troglösung zu sichern und gleichzeitig an einer anderen, umfassenderen Lösung zu arbeiten? 

Sich statt dessen innerhalb Unterkochens zu zerstreiten, die Beschlüsse von demokratisch gewählten Vertretern nicht anzuerkennen und mögliche Verbündete zu verprellen führt nur dazu, dass alles so bleibt, wie es ist. Weder Kreisel und Troglösung noch Umfahrung. Und da sagt dann Berlin "Danke", weil sie das Geld woanders ausgeben können. Schade!

In my humble opinion

>Vor kurzem hat sich Ebnat ... mit „Danke Berlin“ und „Wir leben jetzt“ für die Ebnater Nordumgehung bedankt. Das klingt in meinen Augen wie Hohn gegenüber Unterkochen.<

Sie sollten das nicht persönlich nehmen, die Ebnater sind wohl heilfroh, dass jetzt endlich das Licht am Ende des Tunnels erscheint und das nicht nur das Licht der entgegenkommenden Lokomotive ist ...

Als gelegentlicher Benutzer der BAB-AS habe ich schon vor vielen Jahren ungläubig den Kopf geschüttelt, wenn ich a) von der B19 aus durch Unterkochen fahren musste und b) in der Gefällestrecke auf Ebnat zu einen vollen Blick auf die mögliche Trasse der Nordumfahrung hatte. Ich konnte es schon damals und kann es bis heute nicht verstehen, dass dieses bisschen Ortsumfahrung so lange 'diskutiert' worden ist.

Sie haben andererseits Recht, dass dies den Anwohnern an der Strecke in Unterkochen absolut nichts hilft. Aber selbst wenn die Ebnater verzichten würden, kriegten die Unterkochener noch lange keine Umfahrung des gesamten Ortes. Es sind ja wohl Ideen dafür vorhanden, aber auch schon jede Menge Gegenwind ( "Ach, die armen Frösche, Kröten und Rehlein im Schutzgebiet ..." ). Das müssen die Unterkochener mit sich selber, mit den potentiellen BIs und mit der Politik ausfechten, aber vielleicht kommt dann ja auch Unterstützung aus Ebnat.

Ich habe mir mal überlegt, wenn ich an einer Durchgangsstraße wohnen würde und dort eine Umfahrung geplant wäre und es dagegen Einsprüche ( siehe oben ) gäbe, ob ich dann nicht um des Effektes willen eine Anzeige wegen "vorsätzlich versuchter Körperverletzung durch versuchte Verhinderung der Umfahrung" erstatten würde. Klar, das brächte juristisch nichts, aber jede Menge Presse, und es würde den Fokus auf das Problem richten: Soll es den Menschen gut gehen oder den Fröschen?

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