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Integration fängt bei der Stadtplanung an

Zum Thema Integration:

Ich bin Mitbegründerin des Kulturcafés Paletti im Mühlbergle. Wir arbeiten alle ehrenamtlich und kommen aus den unterschiedlichsten Kulturen. Wir gestalten gemeinsam. Immer am Dienstag von 17 bis 18 Uhr bietet eine Mutter – sie ist Lehrerin – einen Bulgarisch-Kurs für Kinder an. Wir freuen uns auf Zuwachs. Im Herbst wird bei uns ein „Bulgarischer Abend“ veranstaltet. Viele Veranstaltungen, Angebote, Gruppen konnten wegen der Pandemie nicht durchgeführt werden. Seit Anfang Juni haben wir wieder geöffnet. Am 18. Juli findet ein Afrikatag statt und am 1. August ein „Bolivianischer Tag“.

Die eigene Community ist wichtig für die Integration. Orte, an denen man sich wohl fühlt, sind wichtig für die Integration. Anlaufstellen, Büros die unterstützen sind wichtig für die Integration. Was jedoch noch wichtiger wäre, dass alle Bürger einer Stadt sich auch im Alltag begegnen können. Dazu wäre es wichtig, Wohnquartiere so zu gestalten, dass mein Nachbar auf der anderen Seite meines Gartenzaun aus einem anderen Kulturkreis kommen könnte. Stadtplaner sind gefragt. Integrationskonzepte sind nur Beiwerk.

© Schwäbische Post 26.06.2020 15:54
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Hallo (Name unbekannt) 

Sie schreiben zum Thema Integration, dass diese bei der Stadtplanung anfangen und ermöglichen soll Kindern die bulgarische Sprache beizubringen. 

Sie engagieren sich dafür und eine Mutter, Lehrerin, bietet einen Bulgarisch-Kurs für Kinder an um die Heimatsprache bulgarisch zu lernen und SIE hoffen auf Zuwachs weiterer Kinder, die in Ihrem Kurs bulgarisch lernen sollen? Oder wollen Sie daß UNSERE deutschsprachigen Kinder bulgarisch lernen um mit Ihren Kindern überhaupt kommunizieren zu können? Dies soll von der Stadt auch finanziert und unterstützt werden? Dies alles argumentieren Sie mit: "Die EIGENE Community ist wichtig für die Integration". D.h.: Zuerst sollen die Kinder bulgarisch lernen, um sich DANN zu integrieren? Und dies alles auf Kosten der Stadtplaner, die auch noch Integrationskonzepte erstellen sollen?

Integration heisst: Deutsch zu lernen. Insofern wäre es wichtig, daß die Kinder deutsch lernen und deutsch sprechen. Ich denke, die Eltern der Kinder sprechen bulgarisch. Sie sprechen zuhause bulgarisch. Dann können ihre Kinder dies bei den Eltern zuhause lernen um ZUHAUSE sich bulgarisch zu unterhalten, wenn es denn sein muß. Die eigene Community ist eine Sache. Wichtig für die Integration ist:

Deutsch zu lernen und sich in unserem Land verständigen zu können.

Aber, wie Sie so schön schreiben: "Integrationskonzepte sind nur Beiwerk". Heisst das, gesponsert, bezahlt, kann von der Stadt, vom Staat, von ehrenamtlichen Helfern werden, möchten aber gern Ihr eigenes Ding machen? 

Integration fängt nicht bei der Stadtplanung an. Sondern zuerst bei den ausländischen Mitbürgern.

Integrationswille fängt bei den Menschen an, die nach Deutschland kommen, als ERSTES: Deutsch zu lernen.

Wenn Sie in Deutschland Integrationskonzepte zur Erlernung der deutschen Sprache oder weitere geforderte Integrationsregeln als Beiwerk sehen, die Kinder in bulgarischer Sprache erziehen wollen (auf unsere Staatskosten), dann sind sie hier falsch und könnten zurück in Ihre Heimat gehen, die sie so sehr lieben und deren Sprache sie weiterhin, auch Ihre Kinder, sprechen wollen. Oder: Sie haben Ihren "ehrenamtlichen" Nebenjob verfehlt.

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