Nur lästiges Wahlvieh?

Zu Dobrindts Äußerung über „Zwergenaufstand“ in der SPD“:

Der Beitrag offenbart – hoffentlich nur – das verheerende Demokratieverständnis des CSU-Landesgruppenchefs Alexander Dobrindt. Lange genug war allen Beteiligten bekannt, dass die SPD nach den Sondierungsvereinbarungen mit CDU/CSU die Ergebnisse anschließend noch durch die Hölle (?) des SPD-Sonderparteitages bestätigen lassen muss, bevor eine „GroKo“ zustande kommen kann. Das hätte man der SPD durch entsprechendes Entgegenkommen ja erleichtern können. Wenn Herr Dobrindt diesen Sonderparteitag als „Zwergenaufstand“ verspottet und abkanzelt, belegt das einmal mehr seine Geringschätzung des mündigen Bürgers als lästiges „Wahlvieh“: Für ihn ist dieser Sonderparteitag offensichtlich nur Störfaktor bei der Erledigung seiner Regierungsgeschäfte (oder –Kungeleien?). Dann ist vielleicht doch eine deutlich mühsamere Minderheitsregierung der richtigere Weg, um vor den nächsten Wahlen erst mal wieder Respekt seitens der Regierenden gegenüber dem Souverän – dem „Wahlvieh“ – wachsen zu lassen.

© Schwäbische Post 18.01.2018 16:11
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Kommentare

Frieder Kohler

Wer den Menschen Dobrindt als Minister unter die Lupe nahm, ist über seine Aussage nicht überrascht: : Ein Zwerg in der "Wissmann-Runde" der großen (!) Autobosse wirft er nicht nur bildhaft  auch einen schwarzen Schatten. Aus dieser Runde kennt er den Begriff :

"Zwergenaufstand" -  so nennt der Volksmund es, wenn jemand gegen eine Sache protestiert, ohne dabei auch nur die geringste Aussicht auf Erfolg zu haben.

Die getäuschten und damit betrogenen Käufer der bekannten (auch Nobel-) Karossen wurden und werden als Vorgartenzwerge behandelt und der verantwortliche Minister übernimmt die Rolle des Rumpelstilzchen! Die Geschichte der SPD geht zu Ende, wenn sie auf Grimms-Märchen hereinfällt: die GROKO mit den "bescheuerten Dobrindts"!