Lesermeinung

Zu: Sperrung des Trump-Kontos

Ich bin entsetzt darüber, dass die Bundeskanzlerin die Sperrung des Trump-Kontos durch Twitter missbilligt. Es ist doch zu begrüßen, dass Twitter endlich Trump seine wichtigste Kommunikationsplattform entzogen hat, nachdem dieser Irre zu Aufruhr und Gewalt aufgerufen und damit auch Tote in Kauf genommen hat.
Ich bin auch entsetzt darüber, dass die Gerichte das Versammlungsrecht in diesen Zeiten so großzügig bewerten. Wenn „Querdenker“ gegen die Maßnahmen zur Bewältigung der Pandemie auf die Straße gehen und demonstrieren, treten sie das Leid vieler Familien, die Angehörige durch die Pandemie verloren haben, mit Füßen. Sie treten die Belastungen der Ärzte und Pflegekräfte mit Füßen und sie treten die Existenzängste vieler Gastronomen, Einzelhändler und Dienstleister mit Füßen. Warum können solche Demonstrationen und die damit zusammenhängenden Lügen rechtlich nicht verhindert werden?
Würden sich alle Menschen auch privat an die Kontaktbeschränkungen halten, wäre sicherlich ein Lockdown nicht notwendig. Das Virus wird nun mal durch Kontakte übertragen.
Aber nein, viele Menschen sind nicht bereit, auf absehbare Zeit auf ihr Freizeitvergnügen zu verzichten beziehungsweise einzuschränken.
Ist dieses Verhalten der Preis für unsere Wohlstandsgesellschaft? haben wir ein unbegrenztes Grundrecht auf Meinungsfreiheit?

© Schwäbische Post 13.01.2021 15:33
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