Lesermeinungen

Zum Amazon-Vorstoß im Gemeinderat von OB Arnold:

Wofür hält sich Oberbürgermeister Arnold? Kann er sich ungestraft über demokratisch zustande gekommene Entscheidungen des Verwaltungsausschusses des Gemeinderats hinwegsetzen? Hat er die Argumente, die bei der Diskussion um die Ansiedlung von Amazon gefallen sind, nicht gehört, oder versteht er sie etwa nicht? Hält er es wirklich für eine gute Idee, einen Arbeitgeber, der miserable Arbeitsbedingungen und geringste Löhne bietet, auf Teufel komm raus nach Schwäbisch Gmünd zu locken? Will er die Verantwortung für einen weiteren enormen Flächenverbrauch und eine erhebliche Zunahme des Lastverkehrs übernehmen? Sind ihm die Argumente der Gmünder Einzelhändler egal, die eindringlich vor einer solchen Entscheidung für Amazon warnen? Sollen nun die Mitglieder des Verwaltungsausschusses in einer wohl eher inszenierten Besichtigung des Verteilzentrums von Amazon in Pforzheim mehrheitlich umgestimmt werden? In Reden des Schwäbisch Gmünder Oberbürgermeisters ist immer wieder von Nachhaltigkeit und globaler Verantwortung die Rede. Sind dies Sonntagsreden? Oder wie sonst ist es zu verstehen, dass er alles unternimmt um mit Amazon einen Dienstleister in unsere Stadt zu holen, der in vielen Staaten keine oder kaum Steuern bezahlt, der gerade während der Corona-Pandemie zu den Krisengewinnlern gehört, der laut „Focus 21“ massenhaft Retouren und Neuware vernichtet? Ist das nachhaltig? Zeugt das von globaler Verantwortung?

© Schwäbische Post 10.07.2020 18:53
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