Lesermeinung

Zum Artikel „Bioleuchttürme“ vom 12. Februar.

In dem Artikel sind die letzten Sätze die wichtigsten. Herr von Wilpert benennt die prädestinierten Bio-Anbaufrüchte für unsere Region: Braugerste und „alte“ Dinkelsorten.

Das sagt doch alles über diesen gepuschten Lifestyle-Hype aus. Liebe Leute, wenn auf Eurem Einkaufszettel mal Braugerste oder „alte“ Dinkelsorten stehen, findet Ihr hierzulande: Superregionale behutsam verlangsamte laktosefreie und glutenreduzierte... Geht’s noch?

Meine Großmutter (R.I.P.) hat erzählt, wie froh die Hausfrauen damals in den 20ern waren, als es dank der Haber-Bosch-Synthese endlich Weizenmehl zu bezahlbarem Preis gab. Und „Arme-Frau“ nicht mehr auf den Emmer-Dinkel-Mist, der halt keine Quellqualität hat zum Backen angewiesen war.

Und die Stuttgarter, die das Kommen und Gehen der Lastwagen beim Großmarkt beobachten, die von dort aus zu den regionalen Hofläden liefern? Bio Leuchttürme? Ich fände es auch nett: weniger Arbeit, weniger Kosten, weniger Ernte - und trotzdem doppeltes Einkommen weil „BIO“ draufsteht.

Das macht ein gutes Gewissen, bei den Erzeugern (die sich ins Fäustchen lachen), den Supermärkten, die endlich mal richtig zulangen können beim Preis und denen, die nicht mit dem Geldbeutel in der Hand zum Einkaufen gehen müssen.

Fairtreht (weiß nicht wie man es schreiben soll) ist glaube ich das neue Wort für „ekligste Abzocke“.

Und vergesst nicht, seit mit den „guten alten“ Methoden in beispielsweise Indien nicht mehr flächendeckend gearbeitet wird, verhungern dort die Menschen nicht mehr. Komisch, gell!

© Schwäbische Post 19.02.2018 19:28
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Kommentare

derleguan

Herr schmeiß Hirn ra - bekommt man denn von den Supermarktlebensmitteln von Aldi und Lidl jetzt schon Gehirnerweichung?

Natürlich brauchen wir grundsätzlich sozial- und umweltverträgliche Lebensmittel! Stoppt diese unsägliche Massentierhaltung, die Pestizide und anderen Gifte und den Druck der von den Billigdiscountern den ganzen Markt im Würgegriff hält!

Bio, öko, fair Trade - das alles brauchen wir grundsätzlich dringend. Über Verbesserungen in der Kenntlichmachung und der Frage bei wem das Geld dann landet können wir gerne reden.

In my humble opinion

derleguan schrieb am 19.02.2018 um 21:13

Bio, öko, fair Trade - das alles brauchen wir grundsätzlich dringend - Herr schmeiß Hirn ra.

Im Mittelalter wurde die Ackerfläche knapp, die Wälder wurden abgeholzt, es gab weniger Wald als heute - und die Anzahl der Bevölkerung war so um die 10 Millionen(!), im Vergleich zu den 80 Millionen Mäulern, die heute gefüllt werden wollen - und man hat damals garantiert nur 'nachhaltig' und nur 'öko' und nur 'bio' geackert und gepflanzt!

Und wenn es Ernteausfälle durch nasse oder trockene Sommer oder lange und harte Winter gab, hat man halt Baumrinde unters Mehl gemischt und es sind halt mal so eben ein paar Hunderttausend verhungert - ganz bio eben.

tsh

In my humble opinion schrieb am 19.02.2018 um 23:32

"Im Mittelalter"

Auch wenn manche Leserbriefschreiber geistig vielleicht noch im Mittelalter verortet sind, hier die kleine Info: das ist schon ein paar hundert Jahre vorbei...

ostalbperle

@ Herr Klingenstein / Satire ? ;o)

In my humble opinion

tsh schrieb am 20.02.2018 um 06:34

"Im Mittelalter"

Auch wenn manche Leserbriefschreiber geistig vielleicht noch im Mittelalter verortet sind, hier die kleine Info: das ist schon ein paar hundert Jahre vorbei...

Es gibt keinen Grund, so arrogant und hochnäsig einen Kommentator herabsetzen zu wollen.

Die Zahlen zeigen ganz einfach an einem Beispiel, dass bei rein 'ökologischem' Anbau die Ackerfläche Deutschlands ( damals ) nur für 10 Millionen Bewohner zur Ernährung ausgereicht hat, nix mit Import ( im Winter! ) von Gemüse und Früchten aus aller Welt. Man kann auch nachlesen ( wenn man denn will ), was es für den 'Pöbel' ( also die Mehrheit der damals 10 Millionen ) im Winter noch zu essen gab, vom Hirsebrei angefangen über Kohlsuppe und dergleichen.

Wenn wir also heute von rein ökologischem Anbau und von lokaler Herkunft unseres Essens faseln, sollten wir uns den Tatsachen stellen, dass wir heute 80 Millionen Einwohner sind, die Ackerfläche hat aber definitiv nicht zugenommen, das Klima ( siehe Erderwärmung ) ist zudem heute auch nicht mal wärmer als im Hochmittelalter.