Lesermeinung

Zum Artikel: „Neue Ganztagsschule in Heubach?“

„Schulen als Instrument der Kommunalpolitik: Der Artikel über die Schillerschule Heubach ist ein Paradebeispiel dafür, wie Politik im Kleinen und Großen funktioniert: Ein interessengleiches Ensemble inszeniert sich medienwirksam in der Art, dass die tatsächlich Betroffenen der Handlung nur Randfiguren darstellen, damit Realität und Wahrheiten manipulierbar bleiben und die Karriere der Hauptfiguren möglichst wenig Schaden nimmt. So verwundert es nicht, dass SPD-Vize-Landeschef Frederik Brütting und sein Parteifreund Andreas Stoch die Gemeinschaftsschule trotz stark gesunkener Anmeldezahlen als attraktiv darstellen. Ohne Zweifel ist, dass die Lehrkräfte der Gemeinschaftsschule gute Arbeit leisten. Unstrittig ist auch, dass die Gemeinschaftsschule Schülern gerecht wird, die eine individuelle Art des Lernens oder mehr Zeit benötigen. Allerdings ist dies kein Alleinstellungsmerkmal der Gemeinschaftsschule. Auch in der Realschule, in der keinesfalls, wie im Artikel pauschal dargestellt, nur frontal unterrichtet wird, bietet die Orientierungsstufe in Klassen 5 und 6 sowie das Unterrichten auf unterschiedlichen Niveaustufen ab Klasse 7 vielfältige Möglichkeiten eines persönlichen Lernweges. Nur entspricht die klassische Realschule und deren Weiterführung als solche eben nicht der Schulpolitik der SPD, die strikt an der Gemeinschaftsschule festhält und dabei den Willen vieler Eltern ignoriert, die sich sehr zahlreich und ganz bewusst für die Realschule als zielführende Schule für ihre Kinder entschieden haben. Eltern zu unterstellen, sie würden sich nur für das ihnen Bekannte entscheiden, untergräbt diesen Willen und negiert einen vorhandenen Kenntnisstand zur aktuellen Bildungspolitik. Politik über die Köpfe der Betroffenen hinweg kann, so zeigen es etliche Beispiele auch in der SPD, zu einer unsanften Bruchlandung führen und so lässt sich nur hoffen, dass politisches Kalkül wahrem Interesse weicht.“

© Schwäbische Post 09.03.2018 22:04
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