Lesermeinung

Zum Artikel „Verkehrsverdoppelung im Hirschbach“ vom 17. Januar:

Die SchwäPo greift das Ergebnis des Verkehrsgutachtens auf, das die Stadt bezüglich Kombibad und weiterer Bebauung des Hirschbachtals in Auftrag gegeben hatte. Berichtet wurde von der enorm steigenden Verkehrsbelastung sowie vom geplanten Bau einer „Parkpalette“ und eines Sportvereinszentrums im Hirschbachtal.

Meiner Meinung nach sind die Straßen rund um den Hirschbach und der Heide nicht für die doppelte Verkehrsbelastung ausgelegt. Das Wohngebiet ist gewachsen und hat sehr schmale Straßen, die nicht ohne Weiteres erweitert werden können. Die Bewältigung des größeren Verkehrsaufkommens wird unterschätzt. Überhaupt erscheint es mir realitätsfremd bei künftig stärkerem Busverkehr noch einen Fahrradstreifen in einer schon jetzt eher zu schmalen Straße anzubringen.

Die Verkehrssituation, die Verkehrssicherheit besonders für Schulkinder und die Parksituation werden sich mit jedem Bauprojekt verschärfen. Abgesehen davon wird die Lärmbelastung enorm.

Anwohner der Terrassenhäuser hören zum Teil dank der Akustik auf dem Balkon fast jedes Wort, das im Tal gewechselt wird. In Zukunft werden sie täglich vom Parkhauslärm, vom Verkehrslärm, von lauter Musik und Gelächter diverser Besucher mindestens bis 22 Uhr beschallt.

Wie sind die „Parkpalette“ und weitere Bauten mit der Renaturierung und dem Hochwasserschutz am Hirschbach zu vereinbaren? Ein Parkhaus ist eine versiegelte Fläche, wo soll das Regenwasser abfließen? Wäre doch schade, wenn das neue, teure Kombibad gleich einen Hochwasserschaden erleidet, weil der Hirschbach über die Ufer tritt. Eine vorausschauende Politik, die auf die Interessen der Mehrheit der Bürger zielt, sähe meiner Meinung nach folgendermaßen aus: Das Kombibad ist in jeder Hinsicht Belastung genug, deshalb sollten keine weiteren Bauprojekte mehr im Hirschbachtal angesiedelt werden. Das Hirschbachtal als Frischluftschneise und Naherholungsgebiet ist für sehr viele Bürger der Stadt wichtig und muss erhalten bleiben, so wie es jetzt ist. Es ist für jeden der 70 000 Einwohner frei und kostenlos zugänglich. Von anderen angedachten Projekten profitiert nur eine zahlende Minderheit.

© Schwäbische Post 20.02.2018 20:36
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