Lesermeinung

Zum geplanten Bau des Kombibads im Hirschbach:

Der alte Baum – die Weide – die steht da so schön, so wunderbar. (...) Es ist ein Baum von vielen schönen und gesunden Bäumen im Hirschbach Freibad. Die vielen Lindenbäume, die im Sommer so sehr duften, dass es ein Paradies für Wildbienen ist. Leider soll dieser Traum Ende der Saison 2020 ein Ende finden. (...) Weil ein Kombi-Bad für weit mehr als 35 Mio. Euro entstehen soll. 35 Mio. von unseren Steuergeldern, ein Bad, das keiner will, da danach auch die Eintrittspreise in die Höhe schnellen, die sich keiner mehr jeden Tag leisten kann.

Die tagtäglichen Badegäste sind Schwimmer, die sich bewegen möchten, um fit zu bleiben, Bahnen schwimmen auch im Regen, dafür braucht es kein super teures Luxusbad. Ich habe mit Architekten aus der Gegend gesprochen, die sagen, das jetzige Bad kann kostengünstig saniert werden. Wenn ein neues Hallenbad gebaut werden muss, kann es am Eingang zu den Parkplätzen dazu gebaut und integriert werden. Dieser Spaß kostet dann keine 35 Mio. Euro und mehr und kann von heimischen Handwerksbetrieben übernommen werden.

Es ist Zeit, dass die Initiatoren dieses Abreißspektakels nicht nur über die Aussagen von Architekten wie Herrn Sobek und Kollegen staunen, sondern ebenso über Dinge nachdenken müssen, die das Leben lebenswert machen. Auch sie müssen über Nachhaltigkeit nachdenken und über den Klima- und Naturschutz in Aalen. Was ist Luxus? Ist das dieses neue Bad? Sitzt das in den Köpfen einer Elite-Etage, die ihre Macht ausspielen und egoistisch alles „platt“ machen wollen, weil das Alte nach ihrer persönlichen Meinung keinen Wert mehr hat? Ich und meine Freunde glauben, es geht hier um ein Prestigeprojekt in Aalen, das den derzeitigen Verantwortlichen ein Denkmal setzen soll. Herr Rentschler, wenn Sie nun das Ruder rumreißen und Sie sich für den Schutz des Klimas und für den Naturschutz in Aalen entscheiden und Sie dadurch noch viele Millionen Steuergelder einsparen, wird Ihnen sicher kein Mensch böse sein, das Gegenteil wird eintreten, wir würden uns dann sehr freuen.

© Schwäbische Post 20.07.2020 12:27
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Kommentare

Leon Barth

Sobald irgendwo ein paar Bäume stehen, darf man heutzutage nichts mehr machen. Aalen ist eine wachsende Stadt, also kann man doch nicht sämtliche Bauprojekte wegen einigen Bäumen, von denen wir in unserer Gegend viele haben, ablehnen. Sieht man auch am Neubau der Hochschule beispielsweise. Ich bin durchaus für den Schutz von unseren Wäldern, aber es kann nicht sein dass man jegliche Art von Fortschritt und Verbesserung verweigert wird, nur weil man ein paar einzelne Bäume schützen möchte.

Christine Fuchs

Leon Barth schrieb am 20.07.2020 um 15:32

Sobald irgendwo ein paar Bäume stehen, darf man heutzutage nichts mehr machen. Aalen ist eine wachsende Stadt, also kann man doch nicht sämtliche Bauprojekte wegen einigen Bäumen, von denen wir in unserer Gegend viele haben, ablehnen. Sieht man auch am Neubau der Hochschule beispielsweise. Ich bin durchaus für den Schutz von unseren Wäldern, aber es kann nicht sein dass man jegliche Art von Fortschritt und Verbesserung verweigert wird, nur weil man ein paar einzelne Bäume schützen möchte.

Doch es geht auch um ein paar einzelne Bäume.  Wir brauchen in  Aalen kein Luxusbad. Saniert das Hirschbachbad vernünftig. Spart dabei ein paar Millionen, die anderswo dringend gebraucht werden. Es werden in Aalen rigoros Bäume gefällt, weil irgendein Bauvorhaben wichtiger ist.  Das ist  weder Nachhaltigkeit  noch umweltfreundlich. Es muss nicht unbedingt der Architekt  Sobek mit Hilfe unseres OB sein, der aus Aalen unbedingt eine Vorzeigestadt machen möchte. Auch unser Gemeinderat muss nicht alles abnicken. Ich mochte früher Aalen sehr, inzwischen  hat es sich nicht nur zum Vorteil verändert. Das wird auch ein Luxusbad kaum bewirken. Dafür fehlt nämlich dann auch das entsprechende Publikum,  dass die teuren Preise zahlen soll. Corona und seine Auswirkungen auf dem Arbeitsmarkt lassen grüssen. Als man den Umbau vor längerer Zeit beschlossen hatte, waren die Umstände noch anders. Man darf den Mut haben und von den damaligen Planungen Abstand nehmen. Die Bevölkerung wird es sicher begrüßen. 

Telegrafenamt

das jetzige Bad kann kostengünstig saniert werden

Darum geht es dabei doch gar nicht. Schauen Sie sich das jetzige Hallenbad mal an: Das steht auf einem über 7000 m² großen Grundstück in bester, zentrumsnaher Halbhöhenlage, das dann frei würde. Darum, und nur darum geht es. Und wenn diverse Leute mit guten Beziehungen zu diversen Gemeinderäten und Stadtoberhäuptern darauf ein Auge geworfen haben, dann ist das bestehende Bad ganz schnell "unsanierbar" und "am jetzigen Standort nicht tragbar" und was man noch so alles hören muss.

Ob ein neues Bad dann vernünftige Eintrittspreise hat, ob es einen riesigen Abmangel im städtischen Haushalt verursacht, ob es nach ein paar Jahren aus wirtschaftlichen Gründen dicht gemacht werden muss: Das ist egal. Ist ja nur die Allgemeinheit, die dafür aufkommen muss. Das Gelände auf dem Galgenberg ist dann längst der Öffentlichkeit entzogen und mit "Hochwertigen Eigentumswohnungen des gehobenen Niveaus" vollgestellt. Die Gewinne aus dem Geschäft dagegen, mit denen ist ein "Investor" über alle Berge.

Christine Fuchs

Telegrafenamt schrieb am 21.07.2020 um 02:04

Darum geht es dabei doch gar nicht. Schauen Sie sich das jetzige Hallenbad mal an: Das steht auf einem über 7000 m² großen Grundstück in bester, zentrumsnaher Halbhöhenlage, das dann frei würde. Darum, und nur darum geht es. Und wenn diverse Leute mit guten Beziehungen zu diversen Gemeinderäten und Stadtoberhäuptern darauf ein Auge geworfen haben, dann ist das bestehende Bad ganz schnell "unsanierbar" und "am jetzigen Standort nicht tragbar" und was man noch so alles hören muss.

Ob ein neues Bad dann vernünftige Eintrittspreise hat, ob es einen riesigen Abmangel im städtischen Haushalt verursaÖffentlichkeitcht, ob es nach ein paar Jahren aus wirtschaftlichen Gründen dicht gemacht werden muss: Das ist egal. Ist ja nur die Allgemeinheit, die dafür aufkommen muss. Das Gelände auf dem Galgenberg ist dann längst der  entzogen und mit "Hochwertigen Eigentumswohnungen des gehobenen Niveaus" vollgestellt. Die Gewinne aus dem Geschäft dagegen, mit denen ist ein "Investor" über alle Berge.

Hallo Telegrafenamt, diesen Verdacht hatte ich zwar auch. Aber ich wollte unserem OB und dem Gemeinderat so etwas Unglaubliches  nicht  unterstellen. Korruption in Aalen? Aber möglich ist alles. Nun wäre es an der Zeit, dass sich die Herren öffentlich dazu  äussern.

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