Lesermeinung

Zum Kommentar von Sandra Gallbronner „Alexa ist jetzt Feministin“ vom 19. Januar

Die Frage, warum es Personen gibt, die einer Computerstimme Beleidigungen aussprechen oder sie gar nach ihrem Selbstverständnis fragen, könnte man sich ja schon stellen und wäre sicherlich auch einen Leserinnenbrief wert, hier aber irritiert doch eher die Tatsache, dass Frau Gallbronner jemanden, die Gleichheit und soziale Gerechtigkeit einfordert (auch, wenn es in diesem Fall nur eine Computerstimme ist, hinter der Leute sitzen, die sie programmiert haben), nicht etwa als empathischen und allgemein wünschenswerten Normalmenschen beschreibt, sondern als Feministin. Obwohl doch ein solcher Mensch und eine Feministin tatsächlich identisch ist, bzw. sein sollte. Fraglich ist auch, warum man unpassende Antworten einer Computerstimme, nur weil sie weiblich klingt, als unterwürfig interpretiert, obwohl lediglich der sachliche Zusammenhang fehlt. Was witzig rüber kommen soll, wirkt klischeehaft und degradierend. Es bleibt die Frage offen, auf wessen Kosten die Autorin sich amüsiert.

© Schwäbische Post 24.01.2018 18:55
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