Lesermeinung

Zum Leserbrief „Radfahren ist Naturschutz“ vom 7.12.2020:

Wer vom Artenschutz nichts hält, sollte nicht jene angreifen, die sich seit Jahrzehnten engagieren. Dass die Bürgerinitiative von einem breiten Spektrum an Personen getragen wird, wollen die „Öffnungsbefürworter“ nicht wissen. Auch in den sozialen Medien wird gewettert und diffamiert. Die viel beachtete Veröffentlichung der Uni Hohenheim vom November mahnt: „Insekten erwirtschaften jährlich eine Billion Dollar. Ohne diese würde Deutschland beim Bruttosozialprodukt jährlich 3,8 Milliarden Euro einbüßen…“.

Wichtig wäre es, gemeinsam zu überlegen, was uns in dieser Sache voranbringt. Braucht es für die oben genannte Planung nicht andere Streckenführungen ohne Fußgänger, auf die Rücksicht genommen werden muss und weitere Angebote im öffentlichen Personennahverkehr? Die Politik hat wohl nicht den Mut und die Weitsicht eine Entscheidung pro Naturschutz, pro sanften Wander-Tourismus und für Menschen zu treffen, die auf barrierefreie Wege angewiesen sind.

Aalen

© Schwäbische Post 27.12.2020 19:59
2138 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben

Kommentare

christa klink

Hier noch eine Anmerkung zu Artenschutz und Artenvielfalt: Die Monatszeitschrift "GEO" hat sich in ihrer Ausgabe 01/2021 der Artenvielfalt und ihrem Schutz dankenswerter- wie notwendigerweise, ausgiebig beschäftigt. Hierzu titelt sie "Wir missachten den Wert der Natur". Treffender geht es kaum. In ihrer Darstellung "Unbekannte Werte" stellt sie darüber hinaus fest: "Wir haben die Artenvielfalt auf unserem Planeten noch kaum erforscht - und doch schon längst damit begonnen, sie zu vernichten."

Die Brisanz des Themas ist hinlänglich bekannt, fristet jedoch ein Schattendasein, wenn überhaupt. Politisch aktiv angegangen wird es jedoch nicht. Warum? Die Klimafrage sowie der Naturschutz sind ein mühsam zu pflegender "Dauerauftrag" womit kurz- und mittelfristig keine Lorbeeren zu ernten sind. Er wird nach Brüssel verschoben, wo große Beschlüsse gefasst werden (zu Erderwärmung, zum Schutz der FFH-Gebiete und vielem anderen). Wohlwissend, dass dies bei den meisten Mitgliedstaaten nur auf halbherziges Interesse stößt, geschweige denn ernsthaft angegangen wird. Auch hier versagt Europa. Des Weiteren die Internationalen Klimagipfel, Trauerveranstaltungen erster Güte. Auch Deutschland agiert hierbei gerne mit Lippenbekenntnissen.

Und auch bei den Kommunen wird der Naturschutz "stiefmütterlich" behandelt. Berücksichtigung findet er dann, wenn ihm keinerlei andere Interessen politischer oder kommerzieller Art entgegen stehen oder er gerade mal ins Konzept passt. Die Schätteretrasse als "Wander- und Spazierweg" soll Opfer dieser Vorgehensweise werden. Die Öffnung für Radfahrer ist geplant, um ein touristisches Highlight zu erschließen. Ein Vorhaben, das dem Kommerz dient, noch nicht absehbare Kosten nach sich zieht, an der Unterkochener Infrastruktur im wahrsten Sinne des Wortes "vorbei fährt", nicht erforderlich ist sowie Flora und Fauna erheblich schädigt. Belässt man den Status Quo der Trasse, wäre das vorbildlicher Naturschutz - und das zum Nulltarif. Eine große Bürgerschaft - nicht nur aus Unterkochen - steht hinter den Bürgerinitiativen, die bis ins Detail diese vernünftige Lösung begründet haben.

Karin Hofmann

C H A P E A U   ! ! !

Anmeldung zum E-Mail-Newsletter aus der Redaktion

Die wichtigsten und interessantesten Meldungen des aktuellen Tages aus der Redaktion direkt in Ihr E-Mail-Postfach – täglich und kostenlos jeden Abend.

Jetzt kostenlos anmelden

Aktuelle Meldungen direkt auf Ihr Handy