Lesermeinung

Zum Leserbrief von Angelika Hägele, erschienen in der Gmünder Tagespost am 21. Juli, über das Thema Corona-Demos:

Gerne können auch Sie für die Ungerechtigkeiten auf der Welt demonstrieren. Wir leben in einer Demokratie, das heißt andere Meinungen zulassen, diskutieren und Kompromisse schließen. Im Moment haben wir in der aktuellen Politik keine Opposition, sodass wir unsere Themen auf die Straße bringen. Das Recht dazu ist im Grundgesetz verankert. Wir bekommen viel Zuspruch und haben auch die Möglichkeit, in Gespräche zu gehen, müssen uns aber auch Kommentare von Passanten anhören wie beispielsweise Deppen, Idioten und Coronaleugner. Die ersten zwei Begriffe sind einfach nur unhöflich – wir beschimpfen übrigens niemanden, der eine andere Meinung vertritt. Beim dritten Begriff möchte ich klarstellen, dass wir wissen, es gibt den Coronavirus, und für manche wenige ist er gefährlich. Ganz klar gilt es, diese Personen zu schützen. Auch in unseren Gruppen, und deren Familien sind Menschen mit Vorerkrankungen, die eigenverantwortlich damit umgehen. Es geht uns um die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen, die unsere Kinder und Enkel bezahlen müssen. Das finde ich egoistisch und beschämend. Vielleicht sollten Sie darüber mal nachdenken.

© Schwäbische Post 28.07.2020 20:27
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Kommentare

In my humble opinion

... Auch in unseren Gruppen, und deren Familien sind Menschen mit Vorerkrankungen, die eigenverantwortlich damit umgehen. ...

Ich habe den Eindruck, dass Sie das Prinzip nicht so richtig verstanden haben. Es geht im Falle der Einschränkungen wegen des Corona-Virus eben nicht ( nur ) um Sie, sondern um Ihre Mitmenschen, Ihre Gegenüber, Nachbarn und auch die Unbekannten, die Ihnen auf dem Wochenmarkt oder sonstwo begegnen.

Sie beachten doch auch sonst alle Gesetze und Vorschriften ( nehme ich an ): Sie bezahlen Steuern und Solidaritätszuschlag, obwohl Sie persönlich doch recht wenig davon haben. Auf den Straßen, die auch mit Ihren Steuergeldern finanziert werden, fahren ja auch nicht nur Sie, sondern eben alle, auch die, die wenig dazu beigetragen haben. Und dagegen demonstrieren Sie ja nicht, denke ich.

Betrachten Sie das Gebot des Abstandhaltens und das Gebot, einen MNS zu tragen, einfach als eine Art Solidarbeitrag, der hilft, unsere Mitmenschen, unsere Gesellschaft und auch in Folge unsere Wirtschaft gesund zu erhalten.

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