Lesermeinung

Zum Leserbrief von Karl Maier vom 19. Januar:

Im Leserbriefe hat sich Karl Maier klar gegen eine „GroKo“ ausgesprochen. Was die SPD in den Sondierungsgesprächen erreicht hat, wird darin allerdings nicht erwähnt, sondern nur das Nichterreichte. Es dürfte sich da wohl um Forderungen aus dem letzten Wahlprogramm handeln. Doch wenn das alles „Forderungen der Bürger“ wären, hätte dann die SPD nicht ein viel besseres Ergebnis erreichen müssen?

Auch einem so gewieften Gewerkschafter, wie ich Karl Maier kennengelernt habe, müsste zudem doch klar sein, dass man bei einem Wahlergebnis von circa 20 Prozent nicht unbedingt alle Forderungen durchsetzen kann. Das Erreichte war doch sogar überproportional gut.

Sicher gibt es noch viele Baustellen – alte und neue – und es gibt kaum Gutes, das nicht noch besser werden kann. Wenn aber jetzt eine „soziale Wende“, die mit der CDU/CSU nicht zu erreichen wäre, gefordert wird, so wird dadurch das auch mit der SPD und den Gewerkschaften erreichte weltweite Spitzenniveau ausgeblendet. Die Suche nach besseren Verhältnissen unter dem Strich, nicht in Einzelpositionen, wird aufgegeben, die Frage der tatsächlichen, finanziellen Machbarkeit vernachlässigt, die Frage nicht beantwortet, warum viele, wenn nicht gar die meisten der Flüchtlinge in die Bundesrepublik wollen, wenn es nicht die ansehnlichen Sozialleistungen sind.

Die nun von der SPD angekündigten harten Verhandlungen und Nachbesserungswünsche fordern geradezu zu Gegenreaktionen auf und erschweren die Situation. Möge die Vernunft siegen und eine GroKo – allerdings nicht um jeden Preis – zustande bringen, mit der alle leben können und die eine vernünftige Politik zustande bringt.

© Schwäbische Post 23.01.2018 20:37
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