Lesermeinung

Zum SchwäPo-Artikel „ Corona: mehr Soldaten auf die Ostalb“ vom 7. November:

Dem Bericht vom Samstag war zu entnehmen, dass die Verantwortlichen im Landratsamt endlich reagiert haben und das Personal im Gesundheitsamt aufstocken, da die Mitarbeiter dort das hohe Infektionsaufkommen nicht mehr bewältigen.

Doch eine Frage muss erlaubt sein: Warum reagieren die Verantwortlichen erst jetzt, nachdem das Infektionsgeschehen aus dem Ruder gelaufen ist? Zum anderen muss hinterfragt werden, ob die Strategie mit der Kontaktverfolgung überhaupt noch die richtige ist.

Hätte man hier nicht schon im Sommer reagieren müssen, um für die 2. Welle der Pandemie (...) gerüstet zu sein? Man hätte hier rechtzeitig Personal aus anderen Bereichen des Landratsamtes fit machen können (...). Auch die Umstellung auf eine neue Software ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht nachvollziehbar. Eine solche läuft in der Regel ja auch nicht problemlos ab.

Die positiven Berichte in der Presse in den letzten Wochen, dass beispielsweise die Kontaktverfolgung reibungslos funktioniert, soll der Bevölkerung wohl signalisieren, dass die Behörden alles im Griff haben. Doch dem war bisher wohl nicht so. Auch ist es sehr optimistisch zu glauben, dass einfach mit mehr Personal ab jetzt alles schneller und reibungsloser klappen wird. Das zusätzliche Personal (...) muss zunächst eingearbeitet werden, und auch hier wird wiederum wertvolle Zeit vergehen (...). In unseren Augen haben die Verantwortlichen im Sommer die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Es bleibt nur zu hoffen, dass die Verantwortlichen und das Gesundheitsamt sich nun dem Ernst der Lage bewusst geworden sind (...).

Auch unsere Familie war leider davon betroffen. Ein positiv getestetes Familienmitglied, welches sich auf der Arbeit mit dem Virus angesteckt hatte, musste über eine Woche, nachdem der positive Befund da war, auf einen Anruf des Gesundheitsamtes warten (...). Auch wir werden die Quarantänebriefe erst erhalten, wenn die Quarantänezeit, die wir freiwillig angetreten haben, bereits wieder beendet ist.

© Schwäbische Post 13.11.2020 18:30
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Kommentare

Karin Hofmann

Sehr geehrte Familie Schabert,

ohne die Hilfe der Bundeswehr hätten es die Gesundheitsämter nicht geschafft. Trotz Pandemie konnte das Personal nicht "aufgestockt" werden, 8 Monate war Zeit. Neueinstellungen? Fehlanzeige. Ja, wir können dankbar sein, daß die Bundeswehr für "Katastrophenfälle" noch eingesetzt werden kann, genauso wie bei Hochwasser und anderen Naturkatastrophen. In UNSEREM Land. Um zu helfen. Danke an alle Bundeswehrsoldaten, die i.M. die Conora-Kontaktverfolgung, ohne Pausen, im Telefon-Akkord leisten!

Wie lange noch? Es gibt Vorstösse von JUSO-Chef Kevin Kühnert die Bundeswehr in Deutschland ganz abzuschaffen und eine GROSSE EUROPÄISCHE Armee daraus zu machen. Dann ist NIX mehr mit regionaler Hilfe im eigenen Land. Hoffen wir, daß es nicht so kommt.

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