Lesermeinung

Zum Thema „Schättere“:

(...) Als ich noch an Bürgerbeteiligung glaubte, habe ich viel Zeit persönlich investiert in zwei Runde Tische, die den Erhalt der Schättere als Fußweg beschlossen hatten. Gleichlautend war der Beschluss des Ortschaftsrates, der gewählten Vertreter*innen aus Unterkochen. Ich habe dazu mehr als 100 Unterschriften in Unterkochen gesammelt und viel Überzeugungsarbeit geleistet gegen die oft geäußerte Meinung: Das hat ja doch keinen Sinn, die da oben machen was sie wollen!

Das Ende der Feigenblattpolitik läutete der Technische Ausschuss ein. Er entschied gegen das Bürgervotum: Die Schättere wird für den Radverkehr freigegeben und der Asphalt wird weggerissen. Es gibt einen Schotterbelag. Das ist nun ein doppelter Schildbürgerstreich, weil die Schättere damit nicht nur für Fußgänger gefährlich wird, sondern auch als Rollstuhlwanderweg wegfällt. (Aalen hat nur zwei rollstuhltaugliche Wege.)

Diese Entscheidung kam offenbar mit etwas merkwürdigen Verfahrenswendungen ganz „überraschend“ zustande. Ein Narr, wer da an Kungelei denkt. Ich jedenfalls fühle mich als Bürgerin an der Nase herumgeführt wie ein Tanzbär!

Bürgerbeteiligung? Fehlanzeige! Diese Entscheidung ist bis jetzt auch nicht den Naturschutzverbänden vorgelegt worden. Natur- und Artenschutz ist wohl in Aalen keinen Pfifferling wert. Nein, noch will ich nicht in Resignation oder Politikverdrossenheit versinken.

Lieber Gemeinderat und Technischer Ausschuss, wenn ihr wirklich wissen wollt, wie es aussieht, lauft doch bitte nur einmal eine Stunde über die Schättere an einem sonnigen Nachmittag wie es sie derzeit gibt. Da stimmen die Bürger*innen mit den Füßen ab für die Schättere als Fußweg!

© Schwäbische Post 12.11.2020 21:08
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Kommentare

NMA

Unglaublich....

Ein runder Tisch ist nicht dazu da um abzustimmen, das wissen Sie ja aber sicher. Der Tisch ist deshalb rund, weil man auf Augenhöhe diskutieren will, um für ALLE die beste Lösung zu finden und hat ausschließlich informativen Charakter.

Sie sind, aus meiner Sicht vollkommen grundlos, davon überzeugt, dass eine gemeinsame Nutzung problematisch wäre. Das macht Sie aber noch lange nicht zu einer Mehrheit und zur Hüterin des "Bürgerwillens".

Der Beschluss, den Weg gemeinsam zu nutzen und die bestmögliche Anbindung des Härtsfelds an die Kernstadt endlich zu realisieren, ist nicht zuletzt deshalb zustande gekommen, weil die angeblichen Alternativen allesamt untauglich sind.

Wenn aber ein anderer Belag eingebaut werden sollte, MUSS dieser eine Verbesserung sein und zwar für ALLE. Das inkludiert selbstverständlich Rollstuhlfahrer, Menschen mit Rollator oder Gehhilfe. Die Stadt hat aber deutlich gemacht, dass dieses Thema wichtig ist und nur eine für die genannten Gruppen geeignete Lösung in Frage kommt.

Nach 8 Jahren vollkommen grundloser Diskussion, von einem Beschluss überrascht zu werden, sagt viel über das Demokratieverständnis der beteiligten Personen aus.

Der neuste Vorschlag der BI ist einfach nur peinlich. Man sollte einsehen, wenn man in einem demokratischen, transparenten Prozess seine Ansichten nicht durchsetzen konnte.

Das wird vermutlich an den geäußerten Ansichten und nicht an irgendeiner Klüngelei oder einer "Radfahrerlobby" liegen.

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