Lesermeinung

Zur Fahrrad-Demo im Gmünder Einhorntunnel:

Tunneldemo am Weltklimatag? Ja, sie hat gestört. Weil sie an einem Tag Stau verursacht hat. Noch stärker stört der motorisierte Individualverkehr, der stetig zunimmt und beinahe täglich zu Staus führt, auch in Schwäbisch Gmünd. Er beeinträchtigt durch Lärm, Abgase, Unfälle und Flächenfraß die Lebensqualität in unseren Städten und Gemeinden. Rund ein Drittel der klimaschädlichen CO2-Emissionen geht auf sein Konto!

Politiker, Planer und Ingenieure müssen unsere Städte lebenswerter machen, den Alternativen Bus und Bahn, Rad- und Fußverkehr sowie E-Mobilität zum Durchbruch verhelfen. Das geht aber nicht ohne uns Bürger: Wir müssen uns darauf einlassen, es einfordern. Nicht allein innovative Technik wird es richten – wir müssen auch unser Verhalten bei der Wahl unseres Verkehrsmittels ändern, Fahrgemeinschaften bilden. Autofahrer gegen Radler, Radler gegen Fußgänger und umgekehrt ist der Sache nicht dienlich.

Das Ziel einer lebenswerten Stadt erreichen wir nur in einem guten Miteinander. Die kleine Störung angesichts des vielen klimaschädlichen Verkehrs – das darf sich die Fridays for Future-Bewegung herausnehmen. Es ist kein Geheimnis: Wir leben über unsere Verhältnisse. Das geht zulasten der Ärmsten auf dieser Erde und zulasten unserer Kinder und Enkelkinder. „Es würde alles besser gehen, wenn man mehr ginge“, erkannte Johann Gottfried Seume bereits im 18. Jahrhundert. Das gilt heute mehr denn je. Avanti!

© Schwäbische Post 08.10.2020 19:42
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