Lesermeinung

Zur Rad-Testfahrt auf den von der Stadtverwaltung anvisierten künftigen Radwege-Routen zum Aufstieg auf das Härtsfeld:

Befremdlich ist nicht die Initiative von Battran, der die Bevölkerung zu einem Selbsttest für jedermann/frau einlädt, um die Alternativen zur Schättere-Trasse kennenzulernen und auszuprobieren. Befremdlich ist auch nicht der jetzige Zeitpunkt. (...) Befremdlich ist eher die von Karl Maier in seiner Stellungnahme öffentlich gemachte Behauptung, Battran würde die Bürger mit dessen Aufruf zur Befahrung der Härtsfeldtrasse auffordern und ihm damit eine strafbare Handlung unterstellen. Wer lesen kann, findet in Battrans Aufruf lediglich den Hinweis auf „die von der Stadt vorgeschlagenen Routen“. Da ist meines Wissens nach (leider!) die Härtsfeldtrasse kein Thema mehr.

Befremdlich ist zudem, dass sich Maier zur Aussage aufschwingt, nicht nur die Zahl der Radwege-verhinderer zu vertreten, sondern gleich erklärt, die ganze Unterkochener Bevölkerung wäre befremdet über die Initiative von Battran.

Den Aalener Stadträten sei erklärt, dass es in Unterkochen sehr wohl Bürger mit gemäßigter Meinung gibt, die für eine Öffnung der Härtsfeldtrasse eintreten, die sich jedoch an der Art und Weise der hierzu geführten Debatte nicht beteiligen wollen.

Im Übrigen ist Maiers Behauptung, er sei – basierend auf seine Unterschriftenlisten – von der Unterkochener Bevölkerung legitimiert, sie in Sachen Härtsfeldtrasse zu vertreten, niemals erhärtet worden. Üblicherweise werden solcherart Unterschriftenlisten der Verwaltung zur Prüfung übergeben – was niemals erfolgte. Maier hat es geschafft, die Unterkochener in zwei Lager zu spalten, der Riss geht durch Familien. (...)

Erhofft und verlangt werden kann von den Mitgliedern des Technischen Ausschusses und dem Aalener Gemeinderat eine von Vernunft geprägte gesamtstädtische Betrachtung und Bewertung der Verbindung der Kernstadt mit Ebnat und Waldhausen. (...) Der Ausschluss der Trasse aus dem Radwegenetz ist unzureichend begründet und nicht nachvollziehbar. Die alleinige Begründung, anderes sei in der Bevölkerung nicht durchsetzbar, oder gar der finanzielle Aspekt, fasst zu kurz. Gewählte Vertreter haben eine höhere Verantwortung und sollten der Versuchung widerstehen, nur den lauthals gemachten Forderungen im Wesentlich in ihrer Haltung rückwärts gewandter Senioren zu folgen.

© Schwäbische Post 11.03.2018 12:46
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