Mit selbst erzeugtem Strom Geld sparen

Verbrauchertipp Für einige private Immobilienbesitzer lohnt sich die Nutzung regenerativer Energiequellen. Experten raten Eigentümern allerdings, sich im Vorfeld individuell und ausführlich beraten zu lassen.
  • Foto: Daniel Reinhardt/dpa/dpa-mag

Wind, Solar, Hackschnitzel - die Auswahl an regenerativen Energiequellen ist groß. Für das gute Gewissen der Umwelt gegenüber sind sie ein guter Beitrag. „Weit verbreitet ist die Nutzung der Sonnenenergie“, erklärt Martin Brandis, Energieexperte des Bundesverbands der Verbraucherzentrale. Über Photovoltaik-Anlagen lässt sich Sonnenenergie in Strom umwandeln, mit Solarthermie Energie für Heizung und Warmwasser gewinnen.

Oder Hausbesitzer ersetzen ihre Öl- oder Gasheizung durch Pelletöfen. „Das ist eine zukunftsträchtige Entscheidung, denn die Preise für Pellets und andere Brennstoffe aus Holz sind seit Jahren relativ stabil und günstig“, findet Alexander Knebel von der Agentur für Erneuerbare Energien. Aber es ist ein Lagerraum für Pellets nötig.

Erdwärme lässt sich mit Hilfe einer Wärmepumpe nutzen. „Das lohnt sich besonders in gut gedämmten Häusern mit einem niedrigen Wärmebedarf“, erklärt Brandis. Für den Einsatz von Wärmepumpen sollte das Heizsystem auf eine niedrige Vorlauftemperatur ausgelegt sein, was bei Fußboden- oder Wandheizungen der Fall ist. Und Windräder im Garten? „Kleinwindkraftanlagen sind in Deutschland aktuell nur selten vertreten“, sagt Brandis.

Der Experte empfiehlt, sich von einem unabhängigen Fachmann mit Blick auf alle Heiztechnologien beraten zu lassen. „In vielen Fällen ist es sinnvoll, erneuerbare Energien in die Überlegungen einzubeziehen – nicht jede ist allerdings geeignet. Erreicht zum Beispiel zu wenig Sonnenschein das Haus, kommt eine Solaranlage nicht in Frage. Häufig bietet sich die Kombination verschiedener Energiequellen an.

Die Sonneneinstrahlung in unseren Breiten reicht so nicht aus, um das ganze Jahr über ausreichend Energie für Heizung und Warmwasser zu erzeugen. Deshalb werden Solarthermieanlagen in der Regel mit anderen Heizsystemen gekoppelt. Ist das eine Holzheizung, kann man vollständig auf fossile Energiequellen verzichten.

Interessant ist auch die Kombination von Wärmepumpe und Solarstrom.

Alexander Knebel
Agentur für Erneuerbare Energien

Ein Nachteil dabei ist: Man muss zwei miteinander verbundene Heizsystemen kaufen. Ein Vorteil ist dagegen, dass die Solaranlage die geringe Energienachfrage für Warmwasser fast allein abdecken kann, erklärt Knebel. So kann der Heizkessel im Sommer meistens ausgeschaltet bleiben.

„Interessant ist auch die Kombination von Wärmepumpe und Solarstrom“, sagt Knebel. So muss der Strom für die Wärmepumpe nicht aus dem öffentlichen Netz bezogen werden, sondern kommt vom Dach. Die Kosten dieses Stroms sind geringer als der Preis des erworbenen Stroms.

Ob sich durch regenerative Energien auf längere Sicht Geld sparen lässt, ist pauschal nicht zu beantworten. Je höher der Eigenverbrauch, desto besser rechnet sich laut Brandis aktuell das Investment. Auch die Preisentwicklung für fossile Rohstoffe spielt eine Rolle. Brandis sagt: „Wer sich heute für erneuerbare Energie entscheidet, hat großteils nicht nur ökonomische Gründe, sondern auch eine Portion an Idealismus.“ dpa

© Schwäbische Post 15.09.2017 17:28
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