So findet man eine passende Putzhilfe

Vertrauenssache Wenn im stressigen Alltag keine Zeit für die Hausarbeit bleibt, greifen viele Menschen auf die Unterstützung von Haushaltshilfen zurück. Dabei gibt es einige wichtige Punkte zu beachten.
  • Foto: Christin Klose/dpa-mag

Immer mehr Mini-Jobber sind in deutschen Privathaushalten tätig. Sie übernehmen etwa als Putzhilfe Aufgaben, für die im Alltag keine Zeit bleibt. Aber wie findet man jemanden, dem man vertraut und dessen Arbeit einen mit einem wohligen Gefühl zurück in die Wohnung kommen lässt?

„Viele hören sich im Freundes- und Bekanntenkreis nach Empfehlungen um oder suchen einfach im Internet nach Privatpersonen“, sagt Jutta Jetzke vom Bundesverband haushaltsnaher Dienstleistungsunternehmen. Eine andere Adresse ist die Haushaltsjob-Börse der Minijob-Zentrale. Aber wen wählt man dann aus? Und worauf muss man eigentlich achten?

TIPP 1: GUTE ABSPRACHE

Sandra Piehl von der Minijob-Zentrale rät, eine Liste zu erstellen und mit der Putzhilfe durchzusprechen. Die Absprache wird in einer Leistungsbeschreibung in zweifacher Ausführung festgehalten. Gerade besondere Wünsche sollten schriftlich festgehalten werden. „Das kann etwa sein, dass nur mit umweltfreundlichen Reinigungsmitteln geputzt wird“, nennt Wieczorek ein Beispiel. Und auch die richtige Reinigung besonders empfindlicher Einrichtung.

TIPP 2: BAUCHGEFÜHL

Mindestens genauso wichtig wie die klare Absprache ist es, sich mit der Entscheidung für eine Person wohlzufühlen. Hier sollte man sich vom Bauchgefühl leiten lassen. Ein paar private Worte über das Gespräch zur Ausbildung und Vorerfahrung hinaus helfen sicher. Und Piehl rät, konkret zu werden: „Weil jeder eigene Vorstellung von Sauberkeit hat, sollte man sich nicht scheuen, die eigenen Hygieneansprüche klar auszusprechen.“

„Wichtig ist auch, dass die Putzhilfe über die Besonderheiten im Heim wie etwa Alarmanlagen und Haustiere aufgeklärt ist“, ergänzt Piehl. „Und natürlich sollten Sie darüber sprechen, wenn Räume oder Bereiche für die Haushaltshilfe aus Gründen der Privatsphäre tabu sind.“

Viele hören sich im Freundes- und Bekanntenkreis nach Empfehlungen um oder suchen einfach im Internet nach Privatpersonen.

Jutta Jetzke
Bundesverband haushaltsnaher
Dienstleistungsunternehmen

TIPP 3: BEIDERSEITIGES VERTRAUEN

Beide Seiten müssen sich immer an die Absprachen halten. „Das ist für das gegenseitige Vertrauen extrem wichtig“, betont Jetzke. Erwartet der Auftraggeber etwa immer wieder Zusatzdienste, die die Haushaltshilfe in Zeitnot bringen, ist das problematisch. „Genauso darf die Putzhilfe nicht früher gehen, wenn sie mal schneller fertig war. Dann sucht man sich einfach noch eine Aufgabe.“

Haushaltshilfe anmelden

Bei der Minijob-Zentrale müssen Auftraggeber eine Haushaltshilfe anmelden, die bis 450 Euro im Monat verdient. Verzichtet der Auftraggeber darauf, kann das versicherungs- und haftungsrechtliche Folgen haften. Sollte in der Wohnung etwas zu Bruch gehen oder die Putzhilfe sich verletzen, greift kein Versicherungsschutz. Und laut DHB-Netzwerk Haushalt droht ein Bußgeld bis zu 5.000 Euro.

Auf der Homepage der Minijob-Zentrale (www.minijob-zentrale.de) gibt es den sogenannten Haushaltsscheck. Er muss von Arbeitgeber und Arbeitnehmer ausgefüllt und unterschrieben werden. Die Minijob-Zentrale übernimmt die Anmeldung bei der Sozialversicherung.

„Man sollte sich eine Erklärung unterschreiben lassen, dass das Einkommen der Putzhilfe monatlich 450 Euro nicht übersteigt“, rät Wieczorek. Denn verdient die Haushaltshilfe regelmäßig mehr oder hat mehrere Minijobs, werden Sozialversicherungs- und Krankenkassenbeiträge fällig. Der Arbeitgeber benötigt dann eine Betriebsnummer und muss den Arbeitslohn versteuern. dpa

© Schwäbische Post 04.01.2018 16:38
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