Umstieg zum Ökostrom – in Deutschland wächst das Klimabewusstsein

Die deutsche C02-Bilanz in Deutschland ist aufgrund des Atomausstiegs gestiegen. Zur Stromerzeugung wird die fehlende Atomenergie durch die erhöhte Gewinnung fossiler Energien gewonnen. Allen voran regiert der Abbau weiterer Braunkohleflächen. Immer mehr Haushalte entscheiden sich deshalb zu einer Stromlieferung durch Ökostrom, welche zwar für teils höhere Kosten, aber auch für eine Senkung des CO2-Ausstoßes sorgt.

Das Klimabewusstsein entwickelte sich in den vergangenen Jahren besonders unter den Millennials, die beim Einkauf von Energie auf Qualität statt Quantität setzten. Aktuell steigt die Anzahl der Haushalte, die, sofern möglich, auf Strom setzen, der durch Wind- und Wasserkraft, Solarenergie oder auch Biomasse gewonnen wird.

Reiner Ökostrom oder Mischstrom

Wer Strom aus dem geschützten Markt erhält und selbst keine eigene Tarifwahl trifft, erhält einen Mischstrom aus erneuerbaren Energien und bekannten fossilen Brennstoffen. Auf dem freien Markt hingegen ist zu denselben Kosten ein Ökostromtarif möglich. Jeder Haushalt hat das Recht, einen Stromanbieterwechsel vorzunehmen, was viele Bürger in Deutschland gar jährlich durchführen, da ihnen der Preiskampf der Öko-Stromanbieter Rabatte ermöglicht.

Reiner Ökostrom beinhaltet keine fossilen Brennstoffe, wird aber noch lange nicht von jedem Stromanbieter angeboten. Deshalb ist ein Tarif-Check eine sehr gute Wahl, um herauszufinden, welche Tarifoptionen zur Verfügung stehen. Dabei gilt es auf die Zertifizierung des Ökostroms zu achten. Sowohl TÜV-Prüfdienstellen als auch "Grüner Strom Label" zertifizieren bei rein ökologischem Strom die Gewinnung und die Lieferung für bestimmte Tarifprodukte. RECS-Zertifikate hingegen zeigen nur die Herkunft des Stroms an, bedeuten jedoch nicht, dass dieser an die Kunden in reiner ökologischer Form geliefert wird.

Neue Tarife für Heizstrom

Noch immer müssen Millionen Haushalte in Deutschland auf Heizstrom zur Wärmegewinnung zugreifen. Besonders Haushalte in Altbauten mit Stromheizungen und Wärmepumpen sind davon betroffen.

Vor rund einem halben Jahrhundert galt diese Wärmezufuhr als modern und damals war das Thema CO2-Bilanz nicht so im Fokus wie in der heutigen Generation. Einen Umbau können sich viele Hausbesitzer und Mieter nicht leisten, weshalb die Heizstrom-Anbieter langsam auf diesen Umstand mit günstigen Tarifen reagieren. Besonders stark davon betroffen sind Haushalte im Rhein-Ruhr-Gebiet. Durch die Verwendung eines Heizstrom-Tarfirechners können allerdings auch diese Haushalte ihre Kosten dauerhaft senken.

Vorteile durch einen Stromvergleich

Als Grundlage für einen Stromvergleich gilt der Standardtarif der örtlichen Stadtwerke oder des regionalen Hauptstromlieferanten. Potenzielle Anbieter für Ökostrom müssen demnach nicht mehr direkt aus der Gemeinde stammen, sondern können Strom auch überregional in die Leitungen einspeisen, um Kunden in andere Bundesländer zu beliefern. Stromvergleichsrechner listen alle Anbieter des gewünschten Tarifs auf und zeigen die jeweiligen Vorteile auf. Zur Gewinnung neuer Kunden setzen viele Anbieter oftmals auf einen besonderen "Neukunden." oder auch "Sofortbonus", der über die Vertragslaufzeit zu gleichen Anteilen oder am Ende des ersten Jahres gut geschrieben wird.

Viel wichtiger ist auf dem freien Strommarkt die Preisgarantie. Die meisten Ökostromanbieter garantieren dem Kunden einen stabilen Preis von bis zu 12 Monaten. Das entspricht der Vertragslaufzeit. Kündigt der Stromanbieter vor Ablauf des Vertrages eine Erhöhung des Strompreises bei Fortsetzung des Vertrages an, so kann der Kunde sich nach einem neuen Anbieter umsehen, um erneut von einem günstigeren Tarif zu profitieren.

Bild: Pixabay tdahl-6043092

© Schwäbische Post 09.03.2018 16:01
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