Wie viele Steckdosen braucht man?

Hausplanung In vielen Häusern gibt es zu wenig Steckdosen. Verlängerungskabel und Mehrfachsteckdosen lösen das Problem nicht auf Dauer. Vorausschauende Planung ist daher wichtig.
  • Foto: Franziska Gabbert/dpa-mag

Es sind 5,4 Steckdosen durchschnittlich in einem deutschen Wohnzimmer installiert. Das ist zu wenig, um alle Geräte anzuschließen, die die meisten Menschen heutzutage benutzen. Aber wie viel ist ausreichend –gerade mit Blick auf heutige Umbauten und Neubauten? Wie viele Steckdosen und Stromkreise sollte man einplanen, um zukunftssicher zu sein?

Für Bernd Dechert vom Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke steht die Bestandsanalyse an erster Stelle. „Dazu müssen die heutigen und künftigen Bedürfnisse der Bewohner genau erfasst werden.“ Das ist eine Aufgabe mit vielen Unbekannten, denn heute kann niemand genau voraussagen, wie sich die Technologie in den nächsten Jahrzehnten entwickeln wird.

Zukünftig mehr Stromkreise

Was man im Kopf durchspielen sollte: Mit der Entwicklung zum Smart Home wird der Bedarf an Steckdosen, Schaltern und Stromkreisen wohl noch steigen. Decherts Tipp lautet daher auch: „Wer ganz sichergehen will, kann Leerrohre einplanen, in die sich später unkompliziert weitere Kabel verlegen lassen.“

Wer ganz sichergehen will, kann Leerrohre einplanen.

Bernd Dechert ZDEIH

Es gibt verbindliche technische Vorgaben für neue und modernisierte Elektroinstallationen. Die Mindestausstattung eines Hauses ist in den Normen DIN 18015-2 und -4 beschrieben. „Die Richtlinie RAL-RG 678 enthält darüber hinausgehende Festlegungen für Standardausstattung und Komfortausstattung“, erklärt Dechert. Sie sind auch eine tolle Planungshilfe für Bauherren, die ihren Bauplan überprüfen wollen. Aber auch Beleuchtungs- und Kommunikationsanschlüsse werden aufgelistet. Festgehalten sind verschiedene Ausstattungswerte – 1, 2 oder 3. Zum Beispiel für die Küche sieht die Mindestausstattung der Stufe 1 fünf allgemeine Steckdosen sowie diverse andere Anschlüsse vor. Für Stufe 3, die Komfortausstattung, sind es unter anderem zwölf allgemeine Steckdosen.

Überspannungsschäden

Außerdem sollte ein Überspannungsschutz vorgesehen werden. Dieser ist im privaten Wohnungsbau inzwischen Pflicht. Witterungs- oder anlagenbedingte Netzausfälle oder Überbelastungen sind zwar selten, kommen aber durchaus vor. Überspannungsschäden können nicht nur elektronische Geräte außer Gefecht setzen, sondern Kurzschlüsse auslösen und zu Bränden im Haus führen. dpa

© Schwäbische Post 03.05.2019 16:02
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