Guten Morgen: Gerhard Königer über alle, die weder säen noch pflanzen und doch ernten wollen.

Aber das ist doch meins!

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Das Hochgefühl, das sich einstellt, wenn man die erste Erdbeere des Jahres aus dem eigenen Garten in den Mund schiebt, ist unvergleichlich. Seit Wochen gehe ich völlig gefühllos an den Erdbeerschalen im Supermarkt vorbei, weil ich meinen Gaumen nicht mit fremden Früchten verderben will. Und ich sehe sie ja wachsen, jeden Tag. Der Regen war so wertvoll.

Stroh schützt die praller werdenden Früchte vor Fäulnis. Erst grün, dann weiß, dann zartrot und am Samstag war es so weit. Mit geradezu kindlicher Freude will ich meine erste eigene Erdbeere ernten und dann: Man ist mir zuvorgekommen. Irgendjemand, der weder gepflanzt noch gepflegt hat, nahm sich heraus, die Früchte meiner Arbeit zu ernten. Die Fraßspuren deuten auf die Meisen hin, die im Baum darüber ausgebrütet wurden. Jugendlicher Übermut sozusagen. Aber nicht mit mir. Hab meinen Besitz jetzt mit Netz gesichert.

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