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Besser als gedacht

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Robine Rebmann
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Robine Rebmann über die Vor- und Nachteile verschiedener Sportarten.

Seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Sport, den ich langfristig ausüben kann. Und habe schon Einiges versucht. Ballsportarten: Die fallen weg, denn mein Kopf zieht Bälle magisch an. Leichtathletik: Zu viele Traumata aus der Schulzeit. Boxen: Macht zwar Spaß und das Training drumherum ist gut. Aber irgendwie auch sinnlos, wenn man sich – wie ich – nie traut, mal richtig zuzuschlagen. Und irgendwie hatte ich auch immer ein schlechtes Gewissen meiner Sparring-Partner gegenüber, die sich nun mit einer 1,54 Meter großen Kontrahentin messen sollen. Also habe ich einen halbherzigen Kompromiss geschlossen und gehe mehr oder weniger regelmäßig ins Fitnessstudio.

Also warum nicht mal Klettern? Das wollte ich ohnehin schon länger mal machen. Als ich vor der Kletterwand stehe, wird mir dennoch mulmig. Gut, Höhenangst ist weit verbreitet. Da muss man bei anderen Ängsten wohl mehr erklären. Es soll zum Beispiel die Anatidaephobie (Angst, vor Enten beobachtet zu werden) oder die Geniophobie (Angst vor einem Kinn) geben.

Unangenehm ist es dennoch, mit wackeligen Beinen vor der Kletterwand zu stehen. Gibt ja eigentlich nichts zu befürchten, wenn man alles richtig macht. Umso besser, einfühlsame und geduldige Kursleiter zu haben. Und irgendwie, wenn man dann im Gurt sitzt und nur auf die Wand schaut, geht es dann ziemlich schnell. Ich konzentriere mich darauf, nach oben zu kommen, die richtige Position zu finden und ärgere mich über fehlendes Körpergefühl. Auf einmal bin ich oben und habe noch mal einen kurzen Schock beim Blick nach unten.

Aber das Gefühl danach ist gut. Schließlich habe ich eine Angst überwunden! Auch wenn das eine ziemlich einfache Kletterroute war. Aber ich glaube meiner Kursleiterin, wenn sie sagt, dass man auf Dauer ein wirklich gutes Körpergefühl bekommt. Und in die Muskeln geht das auch, wie ich am nächsten Tag spüre. Das Training bestimmter Regionen schien im Fitnessstudio wohl zu kurz gekommen zu sein. Und: Arg viel unangenehmer, als verschwitzte Geräte und stöhnende Diskopumper im Fitnessstudio, ist Höhenangst für mich auch nicht. Ich werde wohl öfters in die Kletterhalle gehen.

Zum Artikel: Warum Klettern ein Teamsport ist

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