Kommentar: Von Bernhard Hampp

Geht es dem Wald zu gut?

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Bernhard Hampp
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60 tolle Preise werden zum festlichen Finale der GHV-Altion auf dem Marktplatz verlost.

Den Wert der Dinge erkennen wir oft erst, wenn sie plötzlich fehlen. So ist es aktuell beim Holz, auf das Bauherren lange warten und für das sie teils astronomische Preise hinblättern müssen. Noch im Herbst machten sich Forstwirte ernsthaft Gedanken über die Zukunft: Immer neue Stürme, Borkenkäferplagen und Dürreereignisse ließen Schadholz in Massen anfallen. Wohin damit? Nun hat sich das Blatt gewendet. Jeder hamstert Holz, so viel er bekommen kann. Und ausgerechnet jetzt – es mutet grotesk an – geht es dem Wald nach sechs schlechten Jahren zur Abwechslung gut. Es gab keinen schlimmen Sturm. Durch das kühle Frühjahr schwärmen die Borkenkäfer rund einen Monat später aus. Mithin bricht eine ganze Käfergeneration weg: In einer Generation verzwanzigfacht sich die Population normalerweise. Gut für die Natur und damit für den Menschen. Billiges Schadholz aber wird Mangelware. Und das in einer Zeit, in der die Nachfrage nach Baustoffen weltweit geradezu explodiert. Wer nun nach einem Exportstopp ruft, wie ihn Russland für heimisches Holz verhängen will, sollte sich genau überlegen: Was passiert, wenn es mit anderen Rohstoffen, die die deutsche Wirtschaft dringend aus anderen Ländern und Kontinenten benötigt, ebenso passiert? Dass im weltweiten Wirtschaftsgefüge alles mit allem zusammenhängt, wird in diesen Zeiten besonders bewusst. In einer Serie möchten wird die spannenden aktuellen Entwicklungen in den kommenden Wochen begleiten.

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