Kommentar

Die billige Ernte

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Jürgen Steck über die Veranstaltung der AfD in der Stadthalle

Ja, es waren nicht viele, die am Dienstag zu dieser zentralen Präsenzveranstaltung der hiesigen AfD in die Aalener Stadthalle kamen. Bernd Gögel, das Zugpferd der Rechtspopulisten in diesem Landtagswahlkampf, zog keine Massen. Und der Fraktionssprecher der AfD hatte im rhetorischen Marschgepäck auch keine Visionen, wie das Land fit gemacht werden könnte für die Herausforderungen für die Zukunft – wenn mal vom Plan einer neuen Autobahn zwischen München und Freiburg absieht. Die möchte der ehemalige Spediteur bauen, um den aus dem Osten über Deutschland schwappenden Warenstrom an Stuttgart vorbei in Richtung Spanien zu lenken. Ansonsten gibt die AfD Antworten von gestern und vorgestern auf Fragen von heute und morgen. Wenn es um die Rolle der Frau in der Gesellschaft geht. Wenn es um eine moderne Mobilität geht. Wenn es um den Klimaschutz geht oder Bildung. Und natürlich um Zuwanderung. Allerdings, und das stimmt nachdenklich: Die AfD-Politiker, die am Dienstag in der Stadthalle sprachen, sie wiesen – zurecht – auf die vielen Widersprüchlichkeiten hin, die es gibt in der Corona-Politik des Bundes wie des Landes. Sie sprechen – wieder zurecht – davon, dass es diese Widersprüchlichkeiten und auch Fehler gibt bei den Themen Impfstoffbeschaffung und Impfgerechtigkeit. Die AfD bietet ja keine Lösungen zu diesen Themen. Aber: Diese Widersprüchlichkeiten müssen die Handelnden rasch aufbrechen, Lösungen finden und die Menschen mitnehmen mit deren Nöten. Sonst könnten sie gesät haben, was die Rechtspopulisten billig ernten.

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