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Empörung im Paket

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Bea Wiese über die Protest-Aktion des Aalener Einzelhandels

Es ist nicht zu fassen. Die 7-Tage-Inzidenz von 50 wurde uns monatelang als die heilsbringende Marke vorgegaukelt. Und jetzt? Lautet die magische Grenze 35. Sei die erreicht, könne man Handel, Gastronomie, Kulturbetriebe wieder öffnen, heißt es. Wer will das noch glauben? Vielleicht heißt es übermorgen gar "10"?

Für den Einzelhandel ist die Lage vielerorts nicht mehr fünf vor, sondern zwölf. Arbeitsplätze, ganze Existenzen stehen auf dem Spiel, unsere Innenstädte werden sich dramatisch verändern. Die Empörung der Aalener Händler war bisher noch verhältnismäßig leise. Dabei dürfen Discounter wie Aldi & Co. seit Wochen vom Babystrampler bis zum Badezimmerschrank ungehindert genau die Ware verkaufen, die beim heimischen Händler wie Blei im Regal liegt. Obwohl deren Hygienekonzepte und Zugangsbeschränkungen oft genug zu wünschen übrig lassen.

Dass Krauss und Kollegen nun ihre Empörung in Pakete packen und nach Stuttgart und Berlin schicken, ist keine spinnerte Idee, sondern völlig richtig. Mit einer Päckchenwelle nach Berlin hatte die Ostalb schließlich schon mal Erfolg: in Sachen B-29-Ausbau, vor 20 Jahren.

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