Kommentar: Jürgen Steck zum offiziellen Start der OB-Wahl

Erste Fehler und Risiken

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Jürgen Steck

Jetzt geht’s los: Ab diesem Samstag können Kandidatinnen und Kandidaten sich offiziell um das höchste Amt in der größten Stadt in der gesamten Region bewerben, einer Stadt, die eigentlich ein Oberzentrum sein sollte und es vielleicht wird mit der oder dem neuen OB – aber das ist ein anderes Thema. Sieben Wochen lang können sich Frauen und Männer, die OB in Aalen werden wollen, bewerben.

Da kann viel geschehen – und es ist schon das eine oder andere geschehen. Den ersten Fehler etwa hat die CDU gemacht. Die hat, zumindest von außen betrachtet, ohne sichtbare Not, erst eine Kandidatin, Inge Birkhold, auf den Schild gehoben – und dann, beim ersten Gegenwind aus interessierten Kreisen, nichts getan, die Kandidatin zu verteidigen. Inge Birkhold hätte das verdient gehabt. Oder man hätte ihr gleich zu Beginn sagen müssen, dass man ihre Kandidatur nicht will, so richtig. Stattdessen hat man nun eine verdiente Stadträtin im Regen stehenlassen, hat Streit in der Partei, muss Krokodilstränen weinen – und sollte doch, als immer noch größte Fraktion, den Bürgerinnen und Bürgern ein Angebot machen. Die Zeit drängt, insbesondere, wenn sich die Frau oder der Mann den Bürgern noch näher bringen will in den gut zweieinhalb Monate bis zur Wahl. Denn Frederick Brütting, der Kandidat der SPD, tummelt sich schon emsig auf allen medialen Kanälen – von der SchwäPo über die sogenannten sozialen Medien bis hin zum klassischen Brief, den er, Klima schonend, am vergangenen Wochenende ausgetragen hat. Der kam bei Einigen in der Stadt nicht gut an. Weil Brütting darin Leerstände in der Innenstadt kritisiert und ungepflegte Ecken und dass es an Zuwendung für die Stadt fehle. Das ist ein Risiko, das Brütting hier geht: Weil er ja mit dieser Sicht auf die Dinge entscheidende Funktions- und Mandatsträger in der Stadt direkt angeht und herausfordert – und die sind oft meinungsbildend in der Stadt. Ob es ein Fehler von Brütting war – oder kalkuliertes Risiko: Das entscheidet am Ende der Wähler am 4. Juli. Auf eine gute Wahl – und eine gute Auswahl!

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