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Vertretbare Finanzspritze

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Alexander Haag über die Rasenheizung in der Ostalb-Arena

Um es vorweg zu nehmen: Wir reden jetzt über einen Betrag von 1000, höchstens 1500 Euro. Die Verärgerung ist trotzdem groß in der Bevölkerung. Trotz knapper Kassen greift die Stadt Aalen ihrem höchstklassigen Fußballverein unter die Arme und übernimmt die Kosten für die Rasenheizung. Zumindest für die beiden noch ausstehenden Heimspiele in diesem Jahr. Ungeklärt ist bislang, ob die Kommune auch nach der Winterpause für etwaige Kosten aufkommt, sollten die Wetterverhältnisse eine erneute Inbetriebnahme nötig machen.

Viele Bürger sehen nicht ein, dass ihre Steuergelder dafür verpulvert werden. Tatsache ist aber auch, dass der VfR Aalen in diesen schweren Zeiten auf jeden Zuschuss angewiesen ist. Denn: Dem Verein fehlen als Viertligist nicht nur jegliche Fernsehgelder, auch die dringend benötigten Zuschauereinnahmen fallen durch die Corona-Pandemie komplett weg. Bleiben als einzige Einnahmequelle die Sponsoren. Und denen gegenüber hat der VfR Aalen Verpflichtungen.

Verpflichtungen, die er wenigstens zum Teil erfüllen kann, wenn er in einer vom Schnee befreiten Ostalb-Arena auflaufen darf. Beispielsweise indem die Bandenwerbungen über den Livestream nach außen getragen werden. Die von der Regionalliga eingeräumte Möglichkeit, auf einen Kunstrasen auszuweichen, ist für die Ostälbler daher keine Alternative. Zumal abgesehen vom sportlichen Nachteil auch die Auflagen auf den zuletzt gefrorenen Trainingsplätzen im Greut kaum umsetzbar wären.

Und noch etwas: Während in anderen Vereinen hoch bezahlte Kicker auf ihre Verträge pochen, verzichten die VfR-Profis freiwillig auf Geld. Da ist es dann auch für eine Sportstadt, die sich zum Profifußball bekennt, vertretbar, wenn sie ihrem langjährigen Vorzeigeverein diese Finanzspritze zukommen lässt.

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