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Zu wenig Selbstkritik

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Alexander Haag
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Alexander Haag über die Situation beim VfR Aalen

Bei aller Enttäuschung: Der VfR Aalen hat erneut einen begeisternden Offensivfußball gespielt und gezeigt: Die neue Mannschaft ist konkurrenzfähig. Was aber auch zur Wahrheit gehört: Die Zahlen sind ernüchternd: Drei der ersten vier Ligaspiele hat die Elf von Trainer Uwe Wolf verloren, mit nur drei Punkten stehen die Ostälbler gleich zu Saisonbeginn mittendrin in der Abstiegszone.

Das Spiel gegen Bahlingen hat die größten Baustellen aufgezeigt. Zum einen die eklatante Schwäche im Torabschluss. Zum anderen die Defensivarbeit. Die Abwehr hat dem Gegner das Toreschießen viel zu einfach gemacht. Vorwürfe muss sich aber auch der Trainer gefallen lassen. Wolf hatte mit seinen Einwechslungen kein glückliches Händchen. Dass er Manuel Botic das Vertrauen schenkt und ihn zehn Minuten nach seiner Hereinnahme wieder vom Platz nimmt, sagt alles. Und: Wolfs Vollgasfußball birgt Risiken. Wieder ist der Gegner nach der Halbzeitpause erstarkt. „Wir wussten, dass bei Aalen irgendwann die Müdigkeit kommt“, sagt BSC-Trainer Axel Siefert mit Blick auf die nachlassenden Kräfte.

Doch statt selbstkritisch zu sein, reagiert Wolf dünnhäutig. Der Trainer verweist Fans vom Trainingsplatz. Er legt sich im Auswärtsspiel mit einem eigenen Anhänger an. Und er verzichtet jetzt auf die üblichen Statements zum Spieltag. Dabei war es der Trainer selbst, der die Messlatte hoch gesetzt hat - indem er sagte, dass er sich mit dem Abstieg nicht beschäftige, weil „die Mannschaft viel zu gut ist“.

Es wird höchste Zeit, dass Uwe Wolf diesem Anspruch gerecht wird. Und zwar mit Punkten. Denn nur die zählen am Ende. Alexander Haag

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