Aalen braucht eine Klinik

Zur Klinikdebatte:

Auffallend ist das Engagement der Kommunalpolitiker aus Schwäbisch Gmünd und Ellwangen, zum Erhalt der dortigen Krankenhäuser. Im Vergleich dazu ist es bei den Kommunalpolitikern in Aalen ziemlich ruhig. Vielleicht strahlt in Aalen die Meinung des Landrats zu stark aus. Er ist ja ein überzeugter Befürworter einer Zentralklinik, irgendwo zwischen Aalen und Schw. Gmünd. Ich kann mich noch gut an die bescheidenen Aktivitäten des Dr. Bläse bei der Impfstoffbeschaffung zu Beginn der Pandemie erinnern. Die vorsorgenden, impfbereiten Bürger reagierten mit Impftourismus nach Roth am See oder nach Ulm. Pro Impfung ca. 140 km. Es gab also Impfstoff, aber nicht ausreichend in Aalen. Ein zentrales Klinikum, bei einer Schließung in Aalen, steigert das Verkehrsaufkommen durch in Aalen lebendes Personal, Patienten und Besucherauf Dauer deutlich. Es ist sicher richtig, dass komplizierte Operationen mit aufwendiger Technik nur an einem Standort ausgeführt werden sollten. Die könnten, je nach Fachbereich,  auf die jetzigen Standorte verteilt werden. Der OP-Bereich der Fachbereiche: Herz, Krebs, Orthopädie lassen bei einer Zusammenlegung kaum nennenswerte Synergien erhoffen.  Das Hauptproblem der jetzigen drei Kliniken ist das fehlende  Personal. Wäre es ausreichend vorhanden, gebe es nicht so lange Wartezeiten für Behandlungen. Mehr Behandlungen bringen auch mehr Einnahmen. Ein zentraler Neubau verschlingt enorme Kosten, für die der Steuerzahler per Umlage aufkommen muss. Mögliche Synergieeffekte im  Bereich Verwaltung und Gebäudetechnik sind unbedeutend in Relation zur der Neuinvestition. Nach aktuellem Medienbericht erhält Ellwangen, und Mutlangen einen Gesundheitscampus, Bopfingen ein Gesundheitszentrum. Und Aalen? Bedeutet das, dass die jetzige Klinik zum zentralen Klinikum erweitert wird? Dann ziehe ich meine Argumentation zurück. Denn eine Kreisstadt in der Größe von Aalen, ohne Krankenhaus,  ist für mich ein Rückschritt in Richtung Entwicklungsland.

Herbert Fischer

Aalen

Zurück zur Übersicht: Leserbriefe

Kommentare