Abbrechen oder Erhalten?

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Zum alten Fortsamt in der Katharinenstraße in Schwäbisch Gmünd: Seit Ende Januar ist die Öffentlichkeit über das Vorhaben des Fem (Forschungsinstitut für Edelmetalle und Metallchemie) per Reportagen der örtlichen Presse informiert.

Zum alten Fortsamt in der Katharinenstraße in Schwäbisch Gmünd:

Seit Ende Januar ist die Öffentlichkeit über das Vorhaben des Fem (Forschungsinstitut für Edelmetalle und Metallchemie) per Reportagen der örtlichen Presse informiert. Für September 2021 ist der Baustart des "Innovationslabors K15" (Katharinenstraße 15) vorgesehen. Das Fem hat hierfür das Gelände des restlichen Mörikeparks inclusive altes Forstamt erworben. Die Parkbäume sind "rechtzeitig und völlig legitim" gefällt worden, ihre fünf Stümpfe mit großen Durchmessern erinnern noch an die einstige Pracht. Aber das alte Forstamt steht noch, ein stattlicher Backsteinbau aus der Gründerzeit, der außer vernachlässigten Fensterläden keine Mängel aufweist. Die Räume werden von einer Außenstelle des Amtsgerichts genutzt.

In der Katharinenstraße wirkt diese Villa im Vergleich zum gegenüberliegenden aufgestockten Kolossalbau von St. Josef wie ein Schlössle. Zu meiner Verwunderung hat sich außer der BI "Lex Gamundia – Pro Gamundia" noch niemand gegen den Abbruch dieses schmucken historischen Bauwerks ausgesprochen. Von Seiten der Stadt war zu lesen: Da das Haus nicht unter Denkmalschutz stehe, sei der Besitzer frei, damit zu machen, was er wolle. Ein Rückbau sei völlig legitim.

Ich appelliere an das Fem und die Bürgerschaft, sich zu überlegen, ob sich Schwäbisch Gmünd nach dem Vorfall mit der Kötzschke-Villa in der Charlottenstraße auch diesen Verlust leisten will. Gibt es noch die Verantwortung vor der Zukunft, solche historischen Gebäude, die keine Ruinen sind, zu erhalten? Der Abbruch des alten Jugendstil-Hallenbads wurde nachträglich vielstimmig beklagt, Jahr für Jahr mehr. Dieses Bauwerk war auch nicht denkmalgeschützt. Ich meine, bei gutem Willen ließe sich das alte Forstamt mit dem Neubau-Vorhaben des Fem gut verbinden.

Franz Sickert

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