Lesermeinung

Aktivisten, keine Kriminellen

Zum Thema Leserbriefe zur „Letzten Generation“, Schwäpo vom 23. und 24. November:

Da ich bei der Veranstaltung der letzten Generation anwesend war, kann ich Herrn Steck nur zustimmen. „Aalen hat gekniffen“. Die Menschen hinter den Aktionen kennen zu lernen und ihre Verzweiflung bezüglich unserer untätigen Regierung, die ich auch empfinde, nachzuvollziehen, wird mich nicht dazu führen, dass ich mich auf die Straße klebe. Ich habe jedoch erlebt, dass es

sich hier um besonders verantwortungsvolle, integre Personen handelt, die für sich diesen Weg als letzten Ausweg entschieden haben. (...) Die Leserbriefschreiber kritisieren, dass es sich bei den Aktiven der Letzten Generation um „Kriminelle“ handele. Im Gegenteil, sie leisten gewaltfreien Widerstand gegen eine Regierung, welche zwar Verträge unterschreibt, die bekunden, dass sie das 1,5°-Ziel einhalten werde, leider jedoch in keiner Weise nach diesen Zielen handelt. (...)  Was den angeblichen volkswirtschaftlichen Schaden durch die Aktionen der L.G betrifft, so gibt es in Deutschland täglich 1400 Staus (ADAC Verkehrsstatistik 2020/21). Im Vergleich dazu sind diese Aktionen unbedeutend, sie ziehen nur mehr Aufmerksamkeit auf das Ereignis. Welcher Schaden entsteht denn durch zu schnelles Fahren- weil in Deutschland kein Tempolimit gilt? Städte leiden unter Lärmbelastung und Luftverschmutzung. (...) Der öffentliche Verkehr ist extrem benachteiligt gegenüber dem Straßenbau und der Förderung des Autoverkehrs. Und JA- auch wenn Deutschland auf die ganze Welt gesehen nur einen geringeren Prozentsatz Treibhausgase emittiert, so muss es als reiches Industrieland mit gutem Beispiel vorangehen. Wenn wir es nicht tun, warum sollten es dann ärmere und weniger entwickelte Länder tun?

Pia Geiger

Aalen

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