Anheben und nicht absenken

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Zum Vorschlag einiger Politiker, den Mindestlohn zu senken: Erschreckend und respektlos – so lässt sich der Vorschlag von Teilen der Unionsfraktion im Bundestag wohl am besten beschreiben.

Zum Vorschlag einiger Politiker, den Mindestlohn zu senken:

Erschreckend und respektlos – so lässt sich der Vorschlag von Teilen der Unionsfraktion im Bundestag wohl am besten beschreiben. So einen Vorschlag überhaupt in Zeiten der Corona-Pandemie zu äußern, zielt unter jegliche Gürtellinie. In Zeiten in denen Arbeitnehmer für eben genau diesen Mindestlohn bis zum psychischen und körperlichen Versagen arbeiten, um unser aller Grundversorgung zu garantieren, sollte der Leistung dieser Menschen definitiv mehr Anerkennung zugestanden werden. Menschen in systemrelevanten Berufen arbeiten oft ihr ganzes Leben lang für den Mindestlohn, nur um letztendlich von Altersarmut bedroht zu sein.

Gerade in Zeiten, in denen grundlegende Lebenskosten stark steigen, darf die Politik nicht den Bürgern in den Rücken fallen, sondern muss diese unterstützen. Deshalb ist eine Anhebung und definitiv keine Absenkung des Mindestlohns notwendig. Jede und jeder, der arbeitet, muss von diesem Geld gut leben können und darf weder vergessen noch zurückgelassen werden.

Gerade in der Zeit nach dem Corona-Lockdown wäre eine Anhebung des Mindestlohns sogar ökonomisch mehr als sinnvoll, um den geschwächten und vor dem Kollaps stehenden Einzelhandel mit zusätzlicher Kaufkraft wieder in Schwung zu bringen. Letztendlich würde mit einer Absenkung des Mindestlohns nur den großen Firmen wie Amazon, welche ohnehin schon von der aktuellen Situation profitieren, geholfen. Die Union beweist leider mit diesem Vorschlag wieder einmal, dass sie nicht nur an den Bürgerinnen und Bürgern sondern auch an ihren eigenen Wählern vorbei regiert und stattdessen Politik für Großkonzerne wie Amazon und Co. macht.

Thorsten Ulrich, Schwäbisch Gmünd

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