Lesermeinung

Aus Geschichte nichts gelernt?

Zum Thema: „Steinmeier in der Ukraine: Selenskyi dankt Deutschland“:

Mit großer Verspätung und erst  im dritten Anlauf weilte nun Bundespräsident Steinmeier in der Ukraine, auch um die Solidarität zum ukrainischen Volk nach der Lieferung dort lang ersehnter deutscher Luftabwehrsysteme zu demonstrieren. Lange Zeit war der Besuch wegen der russlandfreundlichen Haltung des früheren Außenministers in Kiew nicht erwünscht. Zuerst wegen dessen demonstrativer und langjähriger Nähe zum Diktator Putin auf Basis der naiven Vorstellung „Wandel durch Handel“, das Deutschland in eine energiepolitisch fatale Abhängigkeit von Russland getrieben hat. Dafür ist Steinmeier zumindest mit verantwortlich. Nicht verantwortlich ist er für den menschenverachtenden Krieg, den Russland seit 2014 auf ukrainischem Boden führt. Wir alle müssen den Preis nun bezahlen. Die Verteidigung der Demokratie kostet spürbar was, jede und jeden von uns, hier in Deutschland. Unerträglich, dass der sächsische Ministerpräsident Kretschmer nun die Wiederinbetriebnahme der Gaspipeline Nordstream nach Ende des Krieges fordert. Unerträglich außerdem die Haltung von Teilen der Zivilbevölkerung in dessen Bundesland. Da verteidigen doch tatsächlich Menschen aus den neuen Bundesländern den Krieg Russlands mit einer nicht näher benannten Provokation der USA, die Rhetorik Putins benutzend. Sie vertreten die Haltung „Mit dem Krieg und der daraus folgenden Energiekrise haben wir nichts zu tun“ und fordern Verhandlungen mit Putin. Welch Geschichtsanalphabetismus!

Schon mal was vom deutsch-russischen Nichtangriffspakt der Diktatoren Hitler und Stalin des Jahres 1939 gehört? Und wie sehr sich die Beteiligten daran gehalten haben? Und in welche Katastrophe dies letztlich mit geführt hat?

Stefan Weber,

Aalen

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