Lesermeinungen

Billionen von den Geldwäschern

  • Weitere
    schließen

Wer soll das bezahlen? Mit "Whatever it takes" bekämpfte der EZB-Chef Draghi die Folgen der bekannten Finanzkrise. Doch die Ankäufe seiner Staatsanleihen sind z.

Wer soll das bezahlen?

Mit "Whatever it takes" bekämpfte der EZB-Chef Draghi die Folgen der bekannten Finanzkrise. Doch die Ankäufe seiner Staatsanleihen sind z. B. für die Sparer heute noch spürbar. Mit Nullzinsen oder Negativzinsen "zahlen" sie immer noch ständig dafür. Nun stecken wir mitten in einer – diesmal jedoch globalen – noch viel schlimmeren Krise. Natürlich war es richtig, weltweit mit enormen staatlichen Hilfsmaßnahmen so viel wie möglich Unternehmen und Arbeitsplätze zu retten. Frau von der Leyen hat uns erklärt: "Es geht nicht um Milliarden, es geht um Billionen." Doch Wirtschaftsminister Altmaier erklärt auch: "Unser Geld steht nicht endlos zur Verfügung."

Die Debatte über die Lastenverteilung hat bereits, z. B. vor Wochen in einer ARD-extra-Sendung, begonnen. 2 600 000 000 000, eine Zahl mit fast unfassbar vielen Stellen: Wer soll das bezahlen? Die Katastrophenfonds, unsere Haushalte und sonstige staatliche Reserven reichen dafür bei Weitem nicht aus. Viele Kredite müssen bedient werden. Doch die Folgen für uns alle kann sich jeder vorstellen.

Deshalb möchte ich darauf hinweisen, dass eine Quelle vorhanden wäre, wenn sie nur in Anspruch genommen würde. Vor ca. vier Jahren wurden die ersten Ermittlungen mit dem Namen "Panama Papers" veröffentlicht. Es ging um die Geheimnisse des schmutzigen Geldes. Bekannt wurde: Nichts war mehr sicher im Offshore-Geschäft: Mehr als 19 (!) sogenannte Steueroasen ( . . . ) wurden ermittelt. Briefkastenfirmen – ohne Angestellte oder Büroplatz – sind beliebte Mittel, Strukturen zur Steuervermeidung aufzubauen.

Warum müssen eigentlich immer nur die Ehrlichen für Katastrophen geradestehen? Was ist mit denen, die in großem Stil (es geht um Milliarden bzw. Billionen) Steuern hinterziehen und damit ihren Reichtum unehrlich erworben haben. Oft haben sie ihre unversteuerten Einnahmen am Finanzamt vorbei in Steueroasen verschoben.

Auf den Internetseiten des Bundeszentralamtes für Steuern befindet sich ein Link zu einem passenden Video. Es dauert nicht lange, nur sechs Minuten und 46 Sekunden. Es geht um Gerechtigkeit. Um viele Milliarden Euro, die durch Steuertricks unserem Staat verloren gehen. Darunter sind auch Unternehmen, die jetzt beim Staat Coronahilfen in Milliardenhöhe beantragen. Ich empfehle aus Ulrich Wickerts Buch "Der Ehrliche ist der Dumme" das Kapitel "Regeln für Staat und Bürger". Meine persönliche Forderung ist jedoch: Holt die notwendigen Billionen von den Geldwäschern. Das (Bundes-)"Gesetz über das Aufspüren von Gewinnen aus schweren Straftaten (Geldwäschegesetz – GwG)" muss angewendet werden!

Wolfgang Hämmerle, Schwäbisch Gmünd

Zurück zur Übersicht: Leserbriefe

WEITERE ARTIKEL