Lesermeinung

Bitte keine Diffamierungen

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Reaktion auf den Leserbrief von Stefan Koenig vom 17. Juni „Brütting ohne SPD?“

Ich habe lange überlegt, ob ich als Bopfingerin auf den Leserbrief von Stefan Koenig reagieren soll. Aber wir haben bald Bundestagswahl und es graut mir davor, dass ohne Widerspruch solche Leserbriefe wie von Stefan Koenig bald zur Regel werden.

Stefan Koenig wirft Frederick Brütting vor, dass dieser in der Elternzeit die Heubacher Bürgerschaft monatelang vernachlässig habe. Ich gehe davon aus, dass Herr Brütting in dieser Zeit keine Weltreise gemacht hat, sondern vor Ort jederzeit ansprechbar war. Außerdem sind sicher fähige Mitarbeitende im Heubacher Rathaus, denen Stefan Koenig mit dem Vorwurf der Vernachlässigung unrecht tut. In der Presse habe ich jedenfalls nichts von deren Unfähigkeit gelesen!

Außerdem wirft Stefan Koenig dem OB-Kandidaten Rassismus vor, weil dieser sich bei den türkischstämmigen Aalenerinnen und Aalenern in perfektem Türkisch als OB-Kandidat vorgestellt habe und die andern 52 Nationen, die in Aalen leben, habe er nicht in deren Muttersprache angesprochen. Ich kenne Frau Brütting nicht, aber ich habe gehört, dass sie türkische Wurzeln hat. Ich vermute, dass Frederick Brütting deshalb Türkisch gelernt hat. Nach der Logik von Stefan Koenig müsste der Englischunterricht in den Schulen abgeschafft werden, da sich Frankreich, Italien usw. deshalb als rassistisch behandelt fühlen könnte. Was für ein Unsinn!

Als Drittes wirft Stefan Koenig dem OB-Kandidaten vor, dass dieser der SPD angehört, aber kein Parteien-Logo auf seinen Wahlplakaten zu sehen sei. Soweit ich mich erinnere, hat Catherine Rommel auch kein Parteienlogo auf ihren Wahlplakaten. Das ist auch logisch, denn eine OB-Wahl ist eine Persönlichkeitswahl und keine Parteienwahl. (...)

Ich finde Kritik gut. Aber Diffamierungen haben in einem Wahlkampf (...) nichts zu suchen. Wir zeigen uns entsetzt, wenn Jugendliche über neue Medien andere Jugendliche diffamieren. Deshalb müssen wir Erwachsene mit gutem Beispiel vorangehen. Und das fängt mit dem sachlichen Inhalt von Leserbriefen an.

Ingrid Gottstein

Bopfingen

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