Botschaft der Gmünder Kreisärzte an Corona-Leugner

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Verschiedene Lesermeinungen veranlassen die Mediziner zu einer Stellungnahme.

Aalen/Schwäbisch Gmünd. Auf die in der jüngsten Vergangenheit veröffentlichten Lesermeinungen über den Umgang mit der Corona-Pandemie reagiert jetzt die Kreisärzteschaft Schwäbisch Gmünd in einer Stellungnahme: "Wir alle freuen uns, dass in einer lebendigen Demokratie Meinungen frei geäußert werden und in einem lebhaften Austausch der Argumente und Meinungen das Beste für unsere Gesellschaft gesucht, oft auch gefunden wird", beginnt das Schreiben der Kreisärzteschaft. So mag man aktuell den Eindruck gewinnen, dass die Corona-Pandemie das allumfassende Thema sei und andere Themen in den Hintergrund treten oder gar vernachlässigt werden. Gleichwohl könnten solche Lesermeinungen nicht unwidersprochen bleiben. Insbesondere weil diese aus der bequemen Sichtweise eines weitgehend von der Pandemie verschonten Landes Kritik üben, in der Weise, dass man ja hinterher immer schlauer sei.

"Vergessen wir nicht, dass wir Ende März eine Situation hatten, in der im Elsass, in Italien, in Spanien eine Triage der zu Behandelnden erforderlich wurde, dass Tausende deutlich vor der Zeit zu Tode kommen, darunter auch zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitswesens", schreiben die Kreisärzte. Diese Situation sei so aktuell weiterhin in vielen Staaten. Dass wir in Deutschland nicht mit dieser Situation zu kämpfen hatte, sei nicht zuletzt den damals verordneten Maßnahmen zu verdanken.

"Halten wir uns vor Augen, dass Covid 19 als eine eher leicht verlaufende Erkrankung deklariert wird, die aber eben auch nicht selten schwere Verläufe hat, mit einer nachhaltigen Invalidisierung der Betroffenen lange über die akute Krankheitsphase hinaus. Dies nicht nur bei Menschen mit Vorerkrankungen oder hohem Alter", heißt es weiter. Und wie man beim Blick auf viele Länder sehe, sei die Erkrankung für viele, ja sehr viele Menschen, tödlich.

Die Kreisärzteschaft Schwäbisch Gmünd fordert alle Verschwörungstheoretiker und Corona-Leugner auf, sich einmal mit der Realität zu beschäftigen: "Schauen Sie doch mal, wie Erkrankte in Todesangst um Luft ringen, sehen Sie die Trauer der Angehörigen derer, die zu früh verstorben sind. Erkennen Sie die Erschwernisse derer, die sich um die Versorgung der Erkrankten kümmern. Auch Sie können erkranken", warnen die Mediziner. Ob man dann bereit sei, auf eine erforderliche Behandlung oder gar Beatmung zu verzichten? "Wohl eher nicht."

Gerade in Zeiten der wieder ansteigenden (Infektions-)Gefahr sei Verantwortung und Verantwortlichkeit das Gebot der Stunde! Dabei dürfe Eigenverantwortung nicht mit Eigensinn – oder klarer: Egoismus – verwechselt werden.

Gegenüber dem eigenen Leben und der eigenen Gesundheit trage "natürlich jeder" Eigenverantwortung. Aber jeder trage auch eine Verantwortung gegenüber seinem Nächsten, der Gesellschaft und damit auch denen, die um ihren Arbeitsplatz, beziehungsweise um ihre Existenz bangen. Verantwortung bedeutet, dass man nicht durch eigenes Verhalten zur Verbreitung des Virus beitrage. Nur das diene dem Eigenschutz, schütze die besonders Gefährdeten und helfe mit, einen weiteren wirtschaftlichen Kollaps zu verhindern.

Unterzeichner dieser Stellungnahme sind Privatdozent Dr. Jens Mayer, Dr. Erhard Bode und Dr. Karlheinz Tiedemann für den Vorstand der Kreisärzteschaft Schwäbisch Gmünd

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