Lesermeinung

Bürger wollen drei Kliniken

Zur Klinikdebatte im Kreistag, SchwäPo vom 13. Juli

Es war überraschend, wie schnell man bei den bisher geführten Beratungen den Ist-Zustand mit drei Kreiskliniken aufgegeben hat. Das was jetzt angedacht ist, max. zwei Klinik-Standorte oder Zentralklinikum, wird, wenn ich es richtig deute, von der Mehrheit der Bevölkerung nicht mitgetragen. Ich glaube, dass bei einer Bürgerbefragung das aktuelle Kostendefizit in den drei Kliniken bei Gegenüberstellung einer wohnortnahen Gesundheitsversorgung als zweitrangig gesehen wird. Egal ob auf zwei oder einen Klinik-Standort zentralisiert wird, im Flächenkreis Ostalb wird zumindest von Kreis- oder Landesgrenznahen Gemeinden aus kein Standort in 30 Pkw-Minuten erreicht werden (ich fahre gerne mit). Da es sich bei der Gesundheitsversorgung um Daseinsfürsorge handelt, kann die Debatte um Klinik-Schließungen nicht allein mit dem jährlichen Defizit geführt

werden. (...)

Statt auf Bundes- und Landespolitik einzuwirken, um diesbezüglich eine Änderung herbeizuführen (etwa Abschaffung Fallpauschale / Erhöhung Zahl Studienplätze), versucht man an anderen Stellschrauben zu drehen, ohne die Ursachen mittel-/langfristig zu beseitigen. Allein durch Zentralisierung wird sich bei der Personalsituation in den Kliniken wenig ändern. Sollte sich zeitnah nicht schnell Grundlegendes ändern, wird in absehbarer Zeit nicht mal mehr Pflegepersonal und Ärzte für eine halbe Klinik vorhanden sein. Voraussetzung für Personalgewinnung ist eine Vergütung und Arbeitszeit, die den Leistungen des Pflegepersonals und der Ärzte gerecht wird, nicht zuletzt auch bei den Landärzten.

(...) Das heißt: Landräte mit Kreisräten und Oberbürgermeister sind zuerst gefordert, Druck auf Landes- und Bundespolitik auszuüben, um Veränderungen in der

Gesundheitsversorgung herbeizuführen.

Albert Vogt

Abtsgmünd

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