Lesermeinung

Den Rubikon überschritten

zu: Putins Einmarsch

Mit dem völkerrechtswidrigen Überfall auf die Ukraine hat Putin endgültig den Rubikon überschritten. Dieser kriegerische Akt ist ein eklatanter Bruch mit der UN-Charta, nach der Angriffskriege als verbrecherisch gelten und für immer geächtet sind. Schon mit der Annexion der Krim und der militärischen Unterstützung der prorussischen Separatisten im Donbas hat Putin (...) die hehren Prinzipien des Selbstbestimmungsrechts der Völker und der territorialen Integrität souveräner Staaten aufs Schlimmste verletzt. Wenn dieser Kriegstreiber und Hasardeur jetzt die Invasion der Ukraine mit absurden Argumenten wie dem Schutz russischer Minderheiten vor einem Genozid zu rechtfertigen sucht, so kommt das schierem Zynismus gleich. Für den ehemaligen KGB-Offizier bedeutete die Implosion des Sowjetimperiums ein persönliches Trauma (...).  Die diplomatischen Fäden zur russischen Föderation sind endgültig gekappt, zumal sich Putin neuerdings der Rhetorik des Kalten Krieges bedient. Für die westliche Staatenwelt, insbesondere die NATO-Mitglieder, kann das nur heißen: Drastische Erhöhung der militärischen Budgets sowie die Neukonzipierung einer auf dem Prinzip militärischer Abschreckung beruhenden Sicherheitsarchitektur. Wohin die sogenannte Appeasement-Politik nämlich führen kann, haben die dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts hinlänglich gelehrt.

Dr. Kurt-Helmut Scheidle,
Aalen-Unterkochen

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