Lesermeinung

„Deutsche“ Inquisition

Zum Thema: „Beerdigung Benedikt XIV“:

Eigentlich erwartet man beim Heimgang eines Menschen zunächst respektvolle, ehrende Zurückhaltung. Doch schon in Ihrer Ausgabe vom 2. Januar 2023 war sie wieder da, die reflexartig stets „sprungbereite Feindschaft“ gegen den emeritierten Papst. Dieser Fels in der Brandung wurde und wird von vielen (...) bespuckt und mit Dreck beworfen. Sie treten mit einer hochtrabenden, vermeintlich wissenschaftlichen Arroganz auf. Und merken nicht, dass all ihre Meinungen und Ansichten längst von der Realität ein- und überholt worden sind. Und all dessen nicht genug, wird nun sein zutiefst trauernder Privatsekretär, Erzbischof Gänswein, an den Pranger gestellt (...).

Doch der über zweitausend Jahre alte Fels der katholischen Kirche, genannt Petrusamt, wird auch diese, dem Zeitgeist geschuldete Überheblichkeit all der in Deutschland die katholische Kirche beherrschen Wollenden, wie deutscher synodaler (Extra)Weg, Maria 2.0 - 5-0, alle Macht den Dekanats- und sonstigen Räten, überleben wie schon so vieles.

Das eigentliche Problem des Apparats Katholische Kirche in Deutschland ist, dass er fast eine Million bezahlter Mitarbeiter hat bei einem momentan ca. 3 Prozent sonntäglichem bundesweiten Kirchenbesuch und bei einem rasant um sich greifenden Neuheidentum. Dieser Zustand ist auf die Dauer weder glaubensmäßig noch finanziell (er)tragbar. Und was die Lage noch verschlimmert, ist die Tatsache, dass die Weltkirche angesichts der zum Teil hämischen Kommentare über einen mit einem brillanten Intellekt beschenkten, „großen Meister der Katechese“ (...) nur verwundert und missbilligend den Kopf schüttelt. Bei der Teilnahme an seiner Beerdigung in Rom traf ich immer wieder Gläubige aus Deutschland und von überall her, die voller Respekt und ehrlicher Bewunderung mit mir auf dem Platz vor Sankt Peter trauerten.

Anna Bilaniuk

Rainau-Buch

Zurück zur Übersicht: Leserbriefe

Kommentare