Lesermeinungen

Die Bevölkerung zahlt den Preis

Zum Krieg in der Ukraine und der Waffenlieferung-Diskussion in Deutschland:

Man gebrauche die Augen, um zu sehen. Nicht, um zu weinen. Man muss schon sehr blind oder aber sektenhaft ideologisiert sein, um in Anbetracht eines möglichen Atomkrieges nicht endlich zur Vernunft – und damit an den Verhandlungstisch zu wollen. Solange ein atomar bis an die Zähne bewaffneter Putin sich mit uns auf diesem Kontinent befindet, solange werden wir uns mit ihm diplomatisch arrangieren müssen. Ob uns das gefällt oder nicht.

Kiew kann diesen Krieg nicht gewinnen. Wer also Leben, Menschen, retten will, der müsste Kiew drängen, die Waffen zu strecken.

Wie krank ist eine Bundesregierung, die Waffen, die sie selbst nicht besitzt, erst ordern muss, um diese dann als sogenannte Hilfeleistung an andere zu senden (für den Frieden)?

„Wer Waffen liefert, wird Krieg ernten.“ Alle diplomatischen Brücken, die in den letzten Wochen regelrecht gesprengt wurden, wird man irgendwann wieder begehbar machen müssen. Es gibt keine Alternative zur diplomatischen Einigung mit Putin. Das aber hat man in den vergangenen Jahren in der großkotzigen westlichen Arroganz und hypermoralischen Weltbeglücker-Hybris schlichtweg ignoriert. Entweder Krieg gegen – oder – Verhandlung mit Putin.

Ein alter Handwerkerspruch lehrt uns beim Anziehen von Schrauben: Nach fest kommt lose. Genau das ist jetzt eingetreten.

Den furchtbaren Preis zahlt auch die ukrainische Bevölkerung, die ums nackte Überleben zu kämpfen gezwungen ist. Den Preis zahlt aber auch die deutsche Bevölkerung, die immer weiter erpresst, ausgepresst, ihrer Leistungsfähigkeit und ihres Wohles beraubt wird.

Wenn der Bürger es nicht endlich wagt und fordert, von der Politik zunächst die Wahrung seiner eigenen Interessen zu verlangen, werden wir uns bald endgültig von der Liste hilfeleistender Länder verabschieden müssen. Wir tragen nicht die Verantwortung für die zivilen Todesopfer in der Ukraine.

Wir tragen aber sehr wohl die Verantwortung für die Zukunft unserer Nation und unserer Kinder und Enkel. Und die wollen und sollen sicher nicht frieren und hungern müssen.

Edgar Kalkschmid,

Leinzell

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