Lesermeinung

Die Geister, die ich rief

Zur aktuellen Gesundheitspolitik und den Vorschlägen von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach:

So ähnlich wie der Zauberlehrling müsste sich eigentlich Gesundheitsminister Karl Lauterbach fühlen. Schon in 1993 wurden die sogenannten, damals noch kleineren, Fallpauschalen eingeführt. An der jetzigen Form war Karl Lauterbach in 2000 maßgeblich beteiligt. Damit wollte er die Kosten im Gesundheitswesen eindämmen. Denn die Fallpauschale löste die Personalpflegeverordnung ab, in der bestimmt wurde, wie viele Pflegekräfte für eine bestimmte Anzahl von Patienten mindestens zur Verfügung stehen müssen.

Ein unverantwortlicher Vorgang, denn nun konnten verschiedene Diagnosegruppen (Diagnose Related Groups), bekannt als DRG-System, bestimmen, dass künftig sämtliche Behandlungen zum Festpreis vergütet werden. Auch war geregelt, wie viele Patienten/Personen von einer Pflegekraft versorgt werden müssen. Sei es in den Krankenhäusern oder Pflegeheimen. Um die Kliniken finanziell über Wasser zu halten, wurden Verträge mit Ärzten geschlossen, damit sie lukrative Operationen mit einer anschließenden kurzen Verweildauer im Krankenhaus eher durchführen als umgekehrt.

Um die Rentabilität zu vergrößern, wurde der Personalschlüssel stetig nach unten verändert. (...)

Wenn nun Lauterbach im Mai 2022 eine Kommission zur Reformierung eingesetzt hat, so legt er Wert darauf, dass keine Lobby-Verbände des Gesundheitswesens vertreten sind. Denn die verhindern angeblich manche Neuerungen. Vielleicht sollte er bei einem Spaziergang in sich gehen und sich an die Jahre um 2000 erinnern, wie er damals agierte…..

Norbert F. Minder

Neresheim-Elchingen

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