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Die Lockdown-Strategie muss überdacht werden

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Zur Aktion "Wir machen auf": Jawohl, das sollten alle Fachgeschäfte wieder tun. Der lockdown wurde verlängert und nun werden aber Dinge, welche gleichfalls wie die Lebensmittel, dem täglichen Bedarf zuzuordnen sind, langsam knapp.

Zur Aktion "Wir machen auf":

Jawohl, das sollten alle Fachgeschäfte wieder tun. Der lockdown wurde verlängert und nun werden aber Dinge, welche gleichfalls wie die Lebensmittel, dem täglichen Bedarf zuzuordnen sind, langsam knapp. Ganz banale Dinge wie zum Beispiel eine Unterhose, Notizblock und Kugelschreiber, das kaputte Bügeleisen, Batterien für die Fernbedienung… zudem brauche ich ein Passbildle für den neuen Ausweis für 2021. Und meine bessere Hälfte bräuchte einen Friseur – zum Zöpfle reicht's schon.

Die Discounter scheinen dies schnell erkannt zu haben und verkaufen Kleidung! Schreibwaren! Farbe! Werkzeug! Und noch viele andere Dinge des täglichen Bedarfs. Und natürlich auch lebensnotwendigen Kruscht aus Fernost. Hauptsache Umsatz. Der wohlsortierte und beratende Fachhandel hat indes geschlossen. Was es im Discounter nicht gibt, kann einfach im Netz bestellt werden und schon wird's geliefert. Volle Straßen, der abgeholzte Wald, die zugeteerte Wiese zugunsten eines weiteren Lagers diverser Internet-Lieferdienste, nehmen wir in Kauf. Genauso wie die Pleitewelle und der Schwund an Arbeitsplätzen im Einzelhandel. Bin mal gespannt, wann der erste Discounter einen Haarschnitt zwischen Bananenkartons anbietet und die Kassiererin das Passbildle knipst. Ein täglicher Bedarf wäre für mich (und für viele andere) der Besuch einer Gastwirtschaft. Diese bräuchten dringende Unterstützung in Form von "Aufmachen!" Der Grund fürs nächtliche Wegsperren bleibt mir auch verborgen. Scheinbar ist der (nachtaktive) Virus tagsüber beim Wandern und Rodeln außer Dienst. Dafür entfaltet er nachts genau zwischen 20 und 5 Uhr seine volle Ansteckungskraft. Jetzt haben wir bereits vier Wochen strengen Lockdown hinter uns, ohne, dass sich die Zahlen der Neuinfektionen deutlich gebessert haben und die Sterblichkeitsraten sogar angestiegen sind. Eine Evaluation dieser Maßnahmen wäre dringend angebracht, genauso wie die daraus resultierenden Änderungen der Strategien.

Gabriele Regele, Abtsgmünd

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