Die Stadt verjubelt die wunderbare Natur

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Zur Gmünder Klimapolitik: Unsere Wälder verdursten. Das Polareis schmilzt. Die Gletscher in den Alpen verschwinden. Der Permafrost in der Tundra löst sich auf.

Zur Gmünder Klimapolitik:

Unsere Wälder verdursten. Das Polareis schmilzt. Die Gletscher in den Alpen verschwinden. Der Permafrost in der Tundra löst sich auf. Der Golfstrom schwächelt. Die Extremwetterlagen nehmen zu. Starkregen und Hitzesommer wechseln sich ab. Das Klima der Erde verändert sich. Man weiß also, dass es schlimm werden kann. Aber das ist ja alles außerhalb unseres Einflussbereiches. Wir in Schwäbisch Gmünd können dagegen natürlich überhaupt nichts machen. Deshalb machen uns die Eingriffe in die Natur um uns herum auch kein Kopfzerbrechen. Was soll schon das bisschen Wald abholzen am Schönblick. Ein bisher nicht bebaubares Stück wertvolles Waldareal darf versiegelt werden. Das macht doch der Speicherfähigkeit des Waldbodens nichts aus. Und außerdem gibt es Ausgleichsmaßnahmen. Natürlich weiß das auch der Starkregen. Der regnet sich dann dort ab, wo die Ausgleichmaßnahmen stattfinden. Wir sind mittlerweile fatalistisch geworden.

Erst wenn man an den Ofen hingefasst hat, weiß man ob er heiß ist. Der Mensch ist ein Katastrophenlerner. Der bloße gesunde Menschenverstand ist gegen solche Haltungen zu schwach. Erst wenn die Wälder vollends verdurstet sind und die Speicherfähigkeit für das Wasser bei Null ist, erst dann wird es manchen dämmern, dass es zu spät ist. Also wir machen munter weiter. Wir nehmen keine Rücksicht auf die Ökologie. Das überlassen wir den "Öko-Spinnern".

Der Gemeinderat und die Forstbehörde lassen den Schönblick in den Wald bauen, obwohl das Sozialunternehmen genügend freie Baufläche hätte. Und der Park der Villa Bidlingmaier unterhalb des Salvators wird vermutlich auch demnächst zum Bau freigegeben, obwohl die Mehrgenerationenhäuser auch auf dem Gleispark Platz hätten.

Was soll denn dieses Gerede von der Frischluftschneise für die Innenstadt. Was sollen die Klimagutachten, die davor warnen diese Flächen zu opfern? Zuviel Nachdenken schadet nur dem Gehirn. Was kümmert den Gemeinderat der Stadt Schwäbisch Gmünd eine intelligente Politik gegen Klimafolgen? Also weiter wie gewohnt. Wir verjubeln das Gmünder Tafelsilber, die wunderbare Natur rund um die Stadt. Es ist doch logisch: Nur wer einen solchen Schatz hat, kann ihn auch verjubeln. Wie sagte immer mein alter Mathelehrer: "Herr schmeiß Hirn ra! Womöglich no heit Vormittag."

Jo Frühwirth, Schwäbisch Gmünd

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