Digitalisierungsschub dank Corona

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Zum Thema Unterricht in Zeiten von Corona: Das war ein mutiges Wort der Kultusministerin Eisenmann zum Unterricht in den Schulen, der auch in Coronazeiten ein Präsenzunterricht sein und bleiben muss.

Zum Thema Unterricht in Zeiten von Corona:

Das war ein mutiges Wort der Kultusministerin Eisenmann zum Unterricht in den Schulen, der auch in Coronazeiten ein Präsenzunterricht sein und bleiben muss. Aus der sozialen Neurowissenschaft wissen wir um die Bedeutung von Gemeinschaftserlebnissen für die Gesundheit eines Menschen. Denn welche Vorteile (...) soll das flächendeckende "Homeschooling" bringen, und warum ist ein solches Lernen sehr problematisch?

Dazu hat jüngst die Vodafone-Stiftung eine Studie "Technik und Pädagogik" veröffentlicht mit interessanten Ergebnissen (Außerdem ist sie frei von technikfeindlichen Ausfällen). Ergebnis: Die besten digitalen Schüler kommen aus bücherreichen Haushalten (dazu auch die neueste Studie der Stiftung Lesen). Also: Analog bereitet am besten aufs digitale Lernen vor. Was zählt, sind Eltern, die Bücher zuhause haben – und zusätzlich Lehrer mit Digital-Frontalunterricht, die also mit moderner Technologie "sehr alten" Unterricht machen. Erst dann kommt eine gute IT-Administration (Support) der Schulen.

Schaut man sich die Aufgaben in den angebotenen Lehr-/Lernmaterialien der einschlägigen Plattformen wie Sofatutor, Simpleclub oder itslearning (Bremen) an, dann fällt auf, dass man ohne die entwickelten, analogen Grundfertigkeiten wie Hörverstehen, Lesen und Schreiben die Aufgaben nicht oder nur fehlerhaft lösen kann. (Das war auch schon einer Erkenntnis der ersten PISA-Studie von 2001). Lasst euch vom Digi-Blabla nicht die Köpfe verdrehen. Denn die Grundlage unserer intellektuellen Kultur ist Lesen und Schreiben lernen – und das ist kein Zeitvertreib in der Grundschule, weshalb man auch die Lehrpläne nicht für das Digitale freiräumen darf. Erstklässler sollen zuerst einmal lesen und schreiben lernen. Danach dann das binäre Zeichensystem, Programmieren, Urheberrecht etc. Fazit: Schüler sollen sich gute Grundlagen (Lesen und Schreiben) aneignen, was dann auch die Eltern daheim im sogenannten Homeoffice entlastet!! Überspitzt gesagt: Eltern, Bücher, Handyverbot" – diese drei sind entscheidende Voraussetzungen auch für den Lernerfolg im digitalen Unterricht – und bestes Motto für die nächste Ausgangssperre, auch "Lockdown" genannt, der hoffentlich für die Schulen nie wieder kommt.

Prof. Dr. Reinhard Kuhnert, Schwäbisch Gmünd

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