Doppelmoral in der Afrikapolitik

Zum Artikel „Taiwan: Kiesewetter spricht von realer Kriegsgefahr“ vom 9. August.

Vor dem Hintergrund der auf dem afrikanischen Kontinent gescheiterten Mehrparteiendemokratien verwundert es doch sehr, wenn Herr Kiesewetter die wirtschaftliche Zukunft bei potenziellen, echten Partnerschaften in Afrika sehen will. Die im Laufe der letzten beiden Jahre aufgezeigten Staatsstreiche bilden doch entlang der zwischenzeitlichen Selbstverständlichkeit von Militärputschen eine völlig konträre Situation für Afrika ab. Oder sollen die sich geschaffenen Autokratien mit offensichtlicher Rechtsbeugung sowie der dem Anschein nach gelebter Korruption legitimiert werden – für den Vorteil der wirtschaftlichen Interessen von Deutschland. Diese Doppelmoral kann sich aber nicht in die aktuelle politische Gemengelage von Embargo, Sanktionen sowie dem Sprachvehikel „vorsorgende Frühwarnung“ einreihen.

Lothar Hahn

Westhausen

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