Lesermeinung

Echtes Engagement fehlt

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Zu Gmünds Klimakonzept:

Dass Schwäbisch Gmünd jetzt auch ein bisschen Klimapolitik betreiben will, aber für vieles leider kein Geld da ist, ist schade. Es braucht also andere Konzepte, wenn man in Gmünd etwas bewegen will. Herr Mihm hat ja recht, wenn er sagt, dass auch Kleines wirken kann. Allerdings müsste dazu die Bevölkerung gewonnen und am Nutzen beteiligt werden. Bisher fehlt aus meiner Sicht dazu ein echtes, ausdauerndes Engagement von Politik und Verwaltung.

Bei uns im Ort gibt es zum Beispiel noch Straßenbeleuchtungen aus den 60er Jahren. Die Stadtverwaltung, auch Herr Mihm wurde mehrmals darauf hingewiesen, passiert ist nichts. Anscheinend besteht noch kein so großes Interesse, den Stromverbrauch zu senken und Geld einzusparen. Für die von Herrn Mihm angedachten kleinen Schritte scheint das vielleicht nicht die passende Schrittlänge.

Eine Idee zum Sparen wäre zum Beispiel, wenn die Stadt nachts für einige Stunden Straßenbeleuchtungen, die nicht absolut notwendig sind, abschalten würde oder in Nebenstraßen und Industriegebieten Bewegungsmelder installieren, die Licht nur bei Bedarf spenden. Dies wurde in anderen Städten schon erfolgreich angewendet und spart viel Geld. Das gesparte Geld könnte dann in städtische Klimaschutzmaßnahmen investiert werden.

(...)

Die Idee der Stadtverwaltung zu mehr Klimaschutz durch Installieren neuer Heizungen zäumt aus meiner Sicht das Pferd vom Schwanz auf. Zunächst müssten doch Gebäude, auch viele städtische Liegenschaften besser gedämmt werden, um Wärmeverluste zu vermeiden. Danach erst machen Heizungsumstellungen Sinn. Die Heizungsumstellung auf Biogasanlagen ist eine Idee, die nur dann zu befürworten ist, wenn man zur Vergärung bereits vorhandene Biomasse, zum Beispiel durch Nutzung von Lebensmittelabfällen verwendet. Durch Verwendung von Feldfrüchten wie zum Beispiel Mais, entstünden zusätzlich große pestizid- und düngemittelintensive Monokulturen mit negativen Folgen für Wasserqualität, Vögel, Insekten und Bodenfruchtbarkeit. Davon haben wir doch schon genug vor Ort. Sinnvoll und rasch umsetzbar wäre es zum Beispiel Dächer zur Warmwassergewinnung zu verwenden und größere Warmwasserspeicher anzulegen. So könnte viel Brennstoffverbrauch vermieden werden. Dies ließe sich mit allen, auch innovativen Heizungsarten problemlos kombinieren.

Es gibt sicher noch viele weitere Möglichkeiten, wie im Kleinen die Verschwendung von fossilen Rohstoffen reduziert werden kann und Klima und Verbraucher davon profitieren können. Ganz nach dem Motto, Kleinvieh macht auch Mist. Es wäre ein Zukunftsprojekt für Gmünd, wenn Klimaschutz zur gemeinsamen Sache vieler Bürger mit vielen kleinen und nachhaltigen Projekten würde.

Waldemar Wiedemann, Gmünd

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